Einfuß auf muich der mir meine geistige Freiheit raubte sein Lob und seine Beachtung waren für mich ein stärkerer Zügel als seine Gleichgültigkeit Ich konnte nicht länger frei reden oder lachen wenn er dabei war weil ein überaus lästiger Instinkt mich erinnerte daß die Lebhaftigkeit wenigstens an mir ihm zuwider sei Ich wußte so wohl daß nur eine ernste Stimmung und Beschäftigung ihm angenehm sei daß in seiner Gegenwart jeder Versuch eine andere Stimmung zu behaupten oder ein anderes Geschäft vorzunehmen vergeblich wurde ich war noch und nach in den Kreis eines Erstarrung bereitenden Zaubers gebannt Sagte er Gehen Sie ’ so ging ich sagte er Kommen Sie ’ so kam ich sagte er ‘Thun Sie das ’ so that ich es Aber ich liebte meine Knechtschaft nicht oft wünschte ich er möchte mich auch ferner vernachläßigen Eines Abends als zur Schlafenszeit seine Schwestern und ich um ihn her standen und ihm eine gute Nacht wünschten küßte er wie es seine Gewohnheit jede von ihnen und wie er gleichfalls zu thun pfegte gab er mir die Hand Diana die gerade in sehr fröhlicher Stimmung war sie ließ sich durch ihn nicht so ganz unbedingt nicht auf eine ihren Neigungen widerstrebende Weise lenken denn ihr Wille war in anderer Weise eben so stark rief aus St John Du pflegtest Jane Deine dritte Schwester zu nennen behandelst sie aber nicht als solche Du solltest auch sie küssen.’ Sie schob mich zu ihm hin Mir kam das Benehmen Diana 's sehr ärgerlich vor und ich fühlte mich in sehr unbehaglicher Weise verwirrt und während ich so dachte und fühlte neigte St John sein Haupt sein griechisches Gesicht kam mit dem meinigen auf Eine Linie seine Augen fragten die meinigen in durchdringender Weise und er küßte mich Es gibt keine Marmorküsse oder Eisküsse sonst müßte ich sagen der Kuß meines geistlichen Vetters habe zu einer der zwei Classen gehört aber es mag Experimentalküsse geben und zu solchen gehörte seiner Als der Kuß gegeben war sah er mich an um das Resultat zu erfahren es war nicht auffallend ich bin gewiß daß ich nicht erröthete vielleicht wurde ich etwas blaß denn ich hatte ein Gefühl als sei dieser Kuß ein auf meine Fesseln gelegtes Siegel Er unterließ die Zeremonie später nie mehr und der Ernst und die Ruhe womit ich mich derselben unterwarf schien für ihn derselben einen gewissen Reiz zu verleihen Was mich betrifft so wünschte ich von Tag zu Tag mehr ihm zu gefallen aber um dieß zu thun fühlte ich auch immer mehr daß ich die Hälfte meiner Natur verläugnen die Hälfte meiner Fähigkeiten unterdrücken meinen Geschmack und meine Liebhabereien von ihrer ursprünglichen Richtung ablenken mich der Verfolgung von Zwecken mich Geschäften widmen müsse wozu ich keinen natürlichen Beruf in mir verspürte Er wollte mich zu einer Höhe hinaufbringen die ich nie erreichen konnte es war für mich in jeder Stunde eine Folterqual nach der Fahne aufzustreben die er aufgesteckt Die Sache war eben so unmöglich als hätte er meine unregelmäßigen Züge