ging er fort Es war neun Uhr und er kam nicht vor Mitternacht Er war erfroren und müde genug doch sah er froher aus als beim Weggehen er hatte einen Akt der Pflicht erfüllt eine Anstrengung gemacht seine eigene Kraft im Handeln und in der Selbstverläugnung gefühlt und war mit sich selbst zufrieden Ich fürchte die ganze folgende Woche stellte seine Geduld auf die Probe Es war die Chrißtwoche und wie beschäftigten uns daher nicht regelmäßig und mit keinem bestimmten Gegenstand sondern brachten sie in einer Art froher häuslicher Zerstreuung hin Die Luft die von den Mooren herwehte die Freiheit des häuslichen Lebens die Morgenröthe des Glückes wirkten auf Diana 's und Mary 's Lebensgeister wie ein wohlthuendes Elixir sie waren lustig vom Morgen bis an den Abend und vom Abend bis an den Morgen Sie konnten immer sprechen und ihre Reden hatten da sie witzig körnig und originell waren für mich einen solchen Zauber daß ich denselben vor Allem gern zuhörte und daran Theil nahm St John tadelte unsere Lebhaftigkeit nicht aber er entzog sich derselben er war selten zu Hause seine Gemeinde war groß die Bevölkerung zerstreut und so fand er täglich zu ihun wenn er die Kranken und Armen in den verschiedenen Districten aussuchen wollte Eines Morgens fragte ihn beim Frühstück Diana nachdem sie einige Minuten etwas nachdenkend ausgesehen ob seine Pläne noch unverändert seien Unverändert und unveränderlich ’ war die Antwort Sofort benachrichtigte er uns daß seine Abreise aus England jetzt definitiv festgesetzt wäre und im folgenden Jahre stattfinden würde Und Rosamond Oliver ’ sagte Mary wobei die Worte ihren Lippen unwillkührlich zu entschlüpfen schienen denn kaum hatte sie dieselben ausgesprochen als sie eine Geberde machte gleich als wünsche sie dieselben zurückzunehmen St John hatte ein Buch in seiner Hand es war seine ungesellige Manier während des Essens zu lesen — er machte es nun zu und sah auf Rosamond Oliver ’ sagte er ‘steht lm Begriffe sich mit Herrn Granby einem der achtbarsten und wegen seiner Familienverbindungen angesehensten Bewohner von S und Enkel und Erben Sir Frederic Granby 's zu verheirathen ihr Vater hat mir gestern diese Nachricht mitgetheilt.’ Seine Schwestern sahen einander und mich an wir Alle sahen ihn an kein Wölkchen trübte die Heiterkeit seines Antlitzes ‘Die Sache muß schnell zu Stande gekommen sein ’ sagte Diana sie können einander nicht lange gekannt haben.’ Nur zwei Monate sie sahen einander im Oktober auf dem Grafschaftsball zu S— Aber wenn wie hier so wenige Hindernisse einer Verbindung entgegenstehen ja wenn dieselbe in jeder Hinsicht wünschenswerth ist so ist jeder Aufschub unnöthig sie werden sich verheirathen sobald in S— Place das ihnen Sir Frederic gibt zu ihrer Aufnahme Alles bereit ist Sobald ich St John nach dieser Mittheilung wieder einmal allein fand fühlte ich mich versucht ihn zu fragen ob das Ereigniß ihm Kummer verursache er schien aber sowenig der Sympathie zu bedürfen daß ich weit entfernt ihm noch weitere zu zeigen mich einiger Maßen bei der Erinnerung an das was ich bereits gewagt schämte