Nun aber machte die Wichtigkeit dieses Geschäfts sie plötzlich gesetzt und als nun endlich ihr Haar in wohlgeordneten und wohlgeglätteten Locken auf ihre Schultern herabfiel als sie ihren nelkenfarbigen seidenen Rock anhatte ihre lange Schärpe umgebunden und ihre Spitzenhandschuhe in Ordnung gebracht waren sah sie so ernst aus wie nur ein Richter Ich brauchte ihr nicht zu sagen daß sie auf ihre Kleidung Acht haben solle als sie angezogen war setze sie sich gravitätisch auf ihren kleinen Stuhl nachdem sie zuvor sorgfältig den seidenen Saum aufgehoben aus Furcht sie möchte ihn zerkrümpeln und gab mir so die Versicherung daß sie sich nicht rühren würde als bis ich bereit wäre Auch ließ ich sie nicht lange auf mich warten ich brauchte nicht lange um mein bestes Kleid das silbergraue das ich mir zu Miß Temple 's Hochzeit gekauft und seitdem noch nicht wieder getragen hatte anzuziehen mein Haar war bald gemacht mein einziger Schmuckgegenstand die Broche mit der Perle bald angesteckt Und nun gingen wir hinunter Zum Glück war noch ein anderer Eingang in das Gesellschaftszimmer als der durch den Salon wo sie alle bei Tische saßen Wir fanden das Zimmer leer ein großes Feuer brannte still in dem marmornen Kamin und Wachskerzen schimmerten in glänzender Einsamkeit unter den ausgesuchten Blumen welche die Tische schmückten Der carmesinrothe Vorhang hing vor dem Bogen und obgleich diese Draperie nur eine äußerst dünne Scheidewand zwischen uns und der Gesellschaft im anstoßenden Salon bildete so hörte man doch nur ein gedämpftes Gemurmel da die Unterhaltung im Gesellschaftszimmer mit leiser Stimme geführt wurde Adele die noch immer unter dem Einflusse eines höchst feierlichen Eindruckes zu stehen schien setze sich ohne ein Wort zu sagen auf einen Schemel nieder den ich ihr anwies Was mich betrifft so zog ich mich in eine Fenstervertiefung zurück und versuchte ein Buch von einem nahe stehenden Tische nehmend zu lesen Adele brachte ihren Schemel zu mir heran und es stand nicht lange an so berührte sie meine Knie Was hast Du Adele ’ ’Est-ce gue je ne puis pas prendre une seule de ces Fleurs magnifiques Mademoiselle Seulement pour comnpléter ma toilette.’ ‘Du denkst zu viel an Deine Toilette Adelez indessen sollst Du eine Blume haben.’ Und ich nahm aus einer Vase eine Rose und befestigte dieselbe an ihren Gürtel Sie stieß einen Seufzer voll unaussprechlicher Wonne aus gleich als ob ihr Glückskelch jetzt voll wäre Ich wandte mein Gesicht ab um ein Lächeln das ich nicht zu unterdrücken vermochte zu verbergen es lag etwas Spaßhaftes und Peinliches zugleich in der ernsten und angebornen Vorliebe der kleinen Pariserin für Alles was die Toilette betrifft Nun lies sich ein sanftes Geräusch hören welches mir sagte das man von der Tafel aufstehe der Vorhang wurde zurückgeschlagen und nun zeigte sich durch den Bogen hindurch der Speisesaal mit seinem brennenden Kronleuchter der sein Licht über das Silber und Glas eines prächtigen Dessert-Service womit ein langer Tisch bedeckt war herabgoß eine Gruppe von Damen stand in der Oeffnung sie traten in das Gesellschaftszimmer und der