ließ mich mit ihr in einen Wettlauf ein und spielte Federball mit ihr Als wir hinein kamen und ich ihr Hut und Mantel abgenommen hatte durfte sie sich auf meinen Schooß setzen und ich erlaubte ihr da eine Stunde lang nach Herzenslust zu plaudern ich tadelte sie nicht einmal wegen einiger kleinen Freiheiten und Trivialitäten in die sie gern verfiel wenn man viel Notiz von ihr nahm und welche bei ihr eine Oberflächlichkeit des Charakters verriethen die sie wahrscheinlich von ihrer Mutter geerbt hatte und bei englischen Kindern wohl höchst selten ist Dennoch hatte sie auch ihre guten Eigenschaften und ich war geneigt alles Gute an ihr so hoch zu schätzen wie mir immer möglich Ich suchte in ihrem Gesichte und in ihren Augen eine Aehnlichleit mit Herrn Rochester fand aber keine kein Zug Nichts im Ausdrucke wies auf eine Verwandtschaft hin Es war schade hätte man in ihr auch nur eine leichte Aehnlichkeit mit ihm finden können so würde er mehr an sie gedacht so würde er ihren Werth höher angeschlagen haben Ich dachte nicht eher wieder mit Ruhe und Ernst an die von Herrn Rochester mir erzählte Geschichte als bis ich mich zur Nachtruhe auf mein Zimmer zurückgezogen hatte Es lag wie er selbst gesagt hatte wahrscheinlich gar nichts Außerordentliches in der Erzählung an und für sich die Leidenschaft eines solchen Engländers für eine französische Tänzerin und ihr Verrath an ihm waren ohne Zweifel Dinge die in der seinen Welt häufig genug vorkommen aber es lag etwas entschieden Seltsames in dem Parorismus der Aufregung von dem er plötzlich ergriffen worden war als er auf dem Punkte stand seiner jetzigen zufriedenen Stimmung und seiner neu erwachenden Freude an dem alten Schlosse und dessen Umgebungen einen Ausdruck zu leihen Ich dachte mit Verwunderung über diesen Vorfall nach verließ ihn aber nach und nach da ich ihn für jetzt unerklärlich fand und fing an das Benehmen meines Herrn gegen mich einer sorgfältigeren Betrachtung zu unterwerfen Das Vertrauen das er in mich zu setzen für passend erachtet schien ein meiner Verschwiegenheit dargebrachter Tribut als einen solchen nahm ich es auf Sein Benehmen gegen mich war nun seit einigen Wochen gleichförmiger geworden als es Anfangs gewesen Ich schien ihm nie im Wege zu sein er zeigte keine Anwandlungen kalten Stolzes traf er mich unerwartet so schien ihm die Begegnung willkommen immer hatte er ein Wort und zuweilen ein Lächeln für mich wurde ich förmlich zu ihm eingeladen so ward ich mit einem so herzlichen Empfange beehrt daß ich fühlte ich besitze wirklich die Macht ihn zu unterhalten und er suche diese Abendzusammenkünfte ebenso sehr zu seinem Vergnügen als in meinem Interesse Zwar sprach ich verhältnißmäßig nur wenig allein ich hörte ihm mit großem Vergnügen zu Es lag in seinem Wesen mittheilend zu sein er liebte es einem mit der Welt unbekannten Geiste Ausblicke auf ihre Szenen und Wege zu eröffnen Ich meine nicht auf ihre schlechten Scenen und lasterhaften Wege sondern auf solche die ihr Interesse dem großen Maßstabe nach dem die Handlungen