unabsehbare Ferne nach allen Richtungen hinschlängelten Indessen ergriff mich eine gewisse Furcht von dem ersten Menschen der sich mir auf einer der Straßen nähern würde bemerkt und ausgefragt zu werden Ich hatte keine Hoffnung die den Wunsch in mir erwecken konnte mich in ein Gespräch mit Gleichgültigen einzulassen von denen ich weder eine menschenfreundliche Gesinnung noch wohlwollende Absichten erwarten durfte Ich drang daher in das hohe Gestrüpp das nie bis an die Hüften ging indem ich mich immer am Rande der Sümpfe hielt und gelangte nach einigen Augenblicken an einen Granitfelsen dessen kahler Gipfel einen Endpunkt dieses grünen Thales bezeichnete Die Sonne war noch läStig hinter dem Felsen war ich gegen sie geschützt Ich setzte mich daher nieder nicht ohne anfangs jedesmal zu erschrecken so oft der Wind das Gestrüpp bewegte und mich die Annäherung eines entlaufenen Stieres oder eines Wilddiebes befürchten ließ Meine Besorgnisse wurden jedoch durch nichts gerechtfertigt so daß ich mich endlich beruhigte und über meine Lage nachdenken konnte welche keineswegs tröstlich war Wo sollte ich ein Unterkommen finden in welchen Ausdrücken sollte ich um ein Nachtlager bitten das ich nicht bezahlen konnte sollte ich mich einer fast gewissen abschlägigen Antwort aussetzen Dieser Gedanke war mir so schmerzlich daß sich um mich blickte und mich fragte ob mir die allgütige Mutter Natur nicht wenigstens für diese Nacht das Asyl darbieten könnte das ich von den Menschen zu erhalten nicht hoffen durfte Das von der Sonne getrocknete und noch warme Heidekraut auf dem ich saß konnte mir wohl als Bett dienen Ich hatte noch ein Stück Brot von dem frugalen Frühstücke welches ich im Wagen verzehrt und das ich mir für einige Scheidemünze den letzten Rest meiner Baarschaft gekauft hatte Ich pflückte einige Brombeeren welche hier und da unter dem Gestrüpp hervorblickten und dieses kärgliche Mahl beschwichtigte wenigstens zum Theil meinen Hunger Nachdem ich sodann mein Abendgebet gesprochen streckte ich mich auf mein Lager das auf dem üppig wuchernden Heidekraute ganz erträglich war Mein doppelt zusammengelegter Shawl schützte mich gegen die Kühle der Nacht welche übrigens besonders im Anfange durchaus nicht empfindlich war Meine traurigen Gedanken waren jedoch ein mächtiges Hinderniß für den Schlaf dessen ich so sehr bedurfte aber ein heißes Gebet zu Gott das noch inbrünstiger durch den Anblick des prachtvoll gestirnten Himmels wurde machte mich endlich etwas ruhiger und ich schlief ein Am folgenden Morgen beim Erwachen erwartete mich das Elend wie ein bleiches nacktes Gespenst das neben mich saß und mich fragend anblickte Ich beneidete jetzt das Loos der Biene die ich um den Blumenkelch schwärmen sah aus den sie ihre Nahrung sog oder der Eidechse welche munter aus den Spalten des Gesteins hervorschlüpfte Ich bedauerte daß es meinem Schöpfer nicht gefallen hatte mich während dieses Schlummers in dem ich einen Augenblick Vergessenheit aller meiner Leiden gefunden hatte von der Welt abzurufen Da er mich aber noch am Leben gelassen so mußte ich auf die Mittel denken die Las meines Kreuzes weiter zu tragen und meine Aufgabe zu vollenden Ich brach daher wieder auf