als ich ruhig war weil ich in einem Augenblicke thörigter Leidenschaft aufhörte an sie zu glauben Welchen Werth hätten sie dann wenn sich dieser nach den ordnungswidrigen Regungen veränderte bei denen mein Herz klopft meine Lippen zittern mein Blick sich trübt und Feuer durch meine Adern rollt Nein was ich geglaubt was fromme und würdige Frauen mich gelehrt haben das allein ist die Wahrheit Auf diesem unerschütterlichen Felsen will ich bleiben unerschütterlich wie er Mr Rochester welcher die eigenthümliche Gabe besaß auf dem Grunde meines Herzens oder in meinen Augen alle meine Gedanken zu lesen erkannte wahrscheinlich daß mein Entschluß jetzt unwiderruflich fest stand Was auch daraus entstehen mochte sein Zorn hatte den höchsten Grad erreicht und er maßte ihn erliegen Er durchschritt das Zimmer ergriff Keinen Arm und um schlang mich mit einer krampfhaften Heftigkeit Sein funkelnder Blick verschlang mich ich fühlte daß ich in seiner Gewalt war V Ich war in seiner Gewalt wenigstens in physischer Hinsicht denn wenn auch mein Körper in eben so großer Gefahr schwebte wie ein Strohhalm über der Oeffnung eines glühenden Ofens so blieb doch meine Seele frei und mit ihr die Gewißheit einer endlichen Erlösung Zum Glück besitzt die Seele einen sicheren Dolmetscher der oft wider ihren Willen verräth was in ihr vorgeht Dieser untrügliche Dolmetscher ist der Blick Meine Augen erhoben sich bis zu denen Rochesters und während ich sie auf sein drohendes Gesicht heftete entwand sich meiner Brust ein unwillkürlicher Seufzer Seine wilde Umarmung verursachte mir einen wirklichen Schmerz und meine Kräfte begannen mich zu verlassen Nie rief er mit zusammengepreßten Zähnen aus nein nie hat es ein zu gleicher Zeit so schwächliches und so unbezähmbares Wesen gegeben Sie kann meiner Hand keinen größern Widerstand leisten als ein schwankendes Rohr ich zitterte in der That bei dem geringsten Drucke seiner Finger vom Kopf bis zu den Füßen ich könnte sie mit meinem Daumen zerbrechen aber was würde es mir nützen wenn ich sie knickte und zerträte Man sehe dieses feste entschlossene Auge man denke an diesen unergreifbaren Geist dessen unerschrockenen Willen fürchtlose Unabhängigkeit und mehr als muthigen Trotz es verkündet Mit seiner Hülle kann ich machen was ich will aber wie soll ich ihn erreichen Wenn ich sein Gefängniß zerbrochen habe wird er freier aus demselben hervorgehen als je Ich kann mich siegreich dieses Körpers bemächtigen aber die darin wohnende Seele entschlüpft mir und schwingt sich zum Himmel empor Und Du bist es edler Geist mit Deiner ungetrübten Reinheit und Deiner tugendhaften Energie Du bist es den ich besitzen will nicht diese vergängliche und leicht zerstörbare Hülle Aus freiem Antriebe könntest Du Dich an meinen Busen flüchten wie der frierende Vogel am die erwärmte Mauer Aber dazu bedarf es Deines Willens Wenn man es versuchen wollte Dich zu zwingen so würdest Du entschlüpfen wie eine flüchtige Essenz aus der Hand welche ihren Duft festzuhalten glaubt O Jane wenn Du wolltest Als er diese letzten Wort sagte öffneten sich seine Arme wie von selbst und nur sein Blick hielt mich noch