es daher nicht weiter versuchen Am Nachmittag als die Strahlen der untergehenden Sonne meine kummervolle Stirn beleuchteten öffnete ich die Augen wieder und stand auf um meinen Platz zu verändern Diese Bewegung war hinreichend um mich zum Bewußtsein meiner wirklichen Lage und der Pflichten welche sie mir auferlegte zu bringen Die Notwendigkeit Thornfield zu verlassen erschien mir in ihrer ganzen Gräßlichkeit und trotz der Ohnmacht meines Willens gegen den die spitzfindigen Rathschläge einer Leidenschaft ankämpften welche ihre Illusionen überlebte fühlte ich die Unerläßlichkeit einer gebieterischen Pflicht Eine entsetzliche Angst schnürte mich das Herz zusammen als sich daran dachte daß ich schon seit mehreren Stunden allein mit meinem Schmerze war ohne daß irgend Jemand weder Mistreß Fairfax noch die kleine Adele noch er zu mir gekommen war um sich nach mir zu erkundigen und mir einige Worte der Theilnahme zu sagen Ich trocknete so gut als möglich die Thränen welche noch in meinen Augen glänzten suchte den Schwindel zu bemeistern der meinen Geist ergriffen hatte so daß ich bei jedem Schritt schwankte ging langsam nach der Thür schob den Riegel zurück und trat in den Korridor hinaus aber bei dem ersten Schritt stieß ich mit meinem Fuße an einen Gegenstand den mein geblendetes Auge nicht sogleich unterscheiden konnte Ich war im Begriff zu fallen aber ein ausgestreckter Arm fing mich auf es war der Arm Mr Rochesters der mich an der Thür meines Zimmers sitzend erwartete Endlich sagte er zu mir ich wartete hier bis Du aus Deinem Zimmer kommen würdest und wußte nicht was ich von dieser Todtenstille denken sollte Wenn sie noch länger gedauert hätte so konnte ich es nicht länger ertragen und würde diese verwünschte Thür eingeschlagen haben Warum hat meine Jane allein weinen wollen an meinem Herzen sollten ihre Thränen fließen Wie Jane fuhr er nach einer kurzen Pause fort hast Du nicht einmal ein Wort des Vorwurfs für mich Du bleibst unbeweglich auf der Stelle wohin ich Dich gesetzt habe und richtest nur einen kalten leblosen Blick auf mich Glaubst Du Jane daß ich Dich so habe beleidigen wollen Denke Dir einen Menschen der aus einem unseligen Irrthum dem Messer des Fleischers sein Lieblingslamm überliefert das von seinem Beste aß aus seinem Gliase trank und das er an seinem Busen erwärmte Die Reue und Verzweiflung dieses Menschen ist nichts gegen die meinige Wirst Du mir nie vergeben Sie werden es vielleicht begreifen können liebe Freundin wenn ich Ihnen sage daß die diesem Manne der mein Unglück war auf der Stelle und ohne mich einen Augenblick zu bedenken Alles verzieh Seine Augen drückten eine so aufrichtige Reue aus seine Stimme zitterte von so innigem Mitleide und besonders lag in seinem ganzen Benehmen in seiner Sprache und in seiner Haltung einen so wahre uns dem Anscheine nach so unwandelbare Liebe daß ich ihm nicht mir Worten oder durch einen Blick oder durch ein Lächeln wohl aber aus dem Grunde meines Herzens vergab Aeußerlich blieb ich wie bisher ganz in meine Schwache versunken Sprich geliebtes Kind fuhr Rochester fort