nicht daran gedacht haben wäre mir nicht Adele ebenfalls zu Hilfe gekommen Nicht wahr ’ sagte sie zu ihm in Ihrem Koffer ist auch ein Geschenk für Miß Eyre ’ Was schwatzest Du von Geschenken ’ entgegnete Mr Rochester sogleich und ziemlich unsanft ‘Lieben Sie die Geschenke ’ setzte er hinzu indem er mich mit Augen ansah in denen ich kein besonderes Wohlwollen las ‘Ich weiß es nicht erwiderte ich ‘ich bin nicht an dergleichen Dinge gewöhnt Man pflegt jedoch im Allgemeinen Geschenke als etwas Angenehmes zu betrachten.’ ‘Ich wünsche zu wissen wie Sie darüber denken.’ Im diese keineswegs einfache Frage zu beantworten bedürfte es für mich einiger Ueberlegung Die Geschenke sind allerdings verschieden.’ Sie sind weniger natürlich als Ihr Zögling Adele hatte mich kaum fünf Minuten gesehen so verlangte sie etwas von mir Sie machen mehr Umstände.’ Ohne Zweifel deshalb weil ich weniger Recht auf Ansprüche wie auch weniger Vertrauen zu der Erfüllung meiner Wünsche habe Wie könnte es auch anders sein ’ Nicht doch dies ist eine falsche Bescheidenheit ’ erwiderte Mr Rochester Ich habe Ihren Zögling examinirt Sie müssen sich viel Mühe mit ihr gegeben haben Sie hat in kurzer Zeit rasche Fortschritte gemacht obgleich sie keine glänzenden Anlagen hat.’ Dieser Lobspruch ist dasjenige Geschenk das mir am meisten gefallen muß Jedes andere würde jetzt nur einen geringen Werth in meinen Augen haben Wirklich ’ versetzte Mr Rochester und trank seinen Thee ohne weiter ein Wort zu sagen Als jedoch das Theegeschirr abgetragen war winkte er uns näher zu sich und unterwarf mich einem ausführlichen Verhör über Lowood über das Leben welches man dort führte über die Zeit welche ich dort zugebracht hatte über meine Eltern die Art und Weise wie ich mit Mistreß Fairfax bekannt geworden war die Gesellschaft die ich hatte frequentiren dürfen und die Bücher welche mir der Zufall in die Hände gegeben hatte Alle seine Fragen waren kurz und kategorisch nur hatten sie dann und wann einen Ausdruck väterlicher Ironie Spielen Sie Pianoforte ’ fragte er mich zuletzt Ein wenig ’ antwortete ich Das versteht sich von selbst ein wenig ist die gewöhnliche Antwort Gehen Sie in das Bibliothekzimmer ich wollte sagen haben Sie die Güte hineinzugehen Entschuldigen Sie diesen gebieterischen Ton der mir angeboren ist und den ich nie ablegen werde Gehen Sie also in die Bibliothek nehmen Sie ein Licht lassen Sie die Thüre offen und spielen Sie etwas.’ Ich befolgte Punkt für Punkt die erhaltenen Befehle Nach einigen Minuten rief Mr Rochester mir zu Genug es ist wahr Sie spielen ein wenig Ohngefähr wie alle englischen Schülerinnen vielleicht etwas besser aber keineswegs gut.’ Ich schloß das Pianoforte und kehrte auf meinen Platz zurück Diesen Morgen ’ fuhr Mr Rochester fort hat mir Adele Zeichnungen gezeigt die wie sie sagt von Ihnen sind Wahrscheinlich sind sie corrigirt worden ’ Nein gewiß nicht ’ rief ich aus ‘Aha Ihr Stolz fühlt sich beleidigt Bringen Sie mir doch gefälligst Ihr Portefeuille da Sie sagen daß diese Zeichnungen ganz von Ihnen sind Aber geben