Fahrtaxe bezahlen Mr Rochester hatte oft mit mir von Ferndean Manor gesprochen einem kleinen Schlosse von alterthümlicher Bauart das mitten in einem großen Walde lag Sein Vater hatte es gekauft nicht um der Wohnung selbst willen die er gern nur gemiethet hätte sondern wegen der vortrefflichen Jagd in der Umgegend Da übrigens Niemand dieses düstere und ungesunde Haus bewohnen wollte so blieb es ganz verlassen und vernachlässigt bis auf einige Zimmer welche der Besitzer inne hatte wenn er sich zur Jagdsaison einige Wochen dort aufhielt Ohngefähr eine Meile von diesem Schlosse stieg ich ab und schickte weine Equipage zurück da eg nicht in meiner Absicht lag durch meine Ankunft Aufsehen zu machen Der Himmel war trübe und es fiel ein feiner durchdringender Regen Unter dem dunkeln Laube auf das er mit einem ununterbrochenen Rauschen herabträufelte suchte ich einige Zeit vergebens den Eingang zu dieser unsichtbaren Wohnung Endlich gelangte ich an ein eisernes Gitterchor das in eine schmale Allee führte die aus einer Doppelreihe von Bäumen bestand welche nur einige Fuß von einander gepflanzt waren ihre untersten Zweige hingen so tief herab daß sie sich mit dem ungepflegten Rasen vermischten In dieser dunkeln Allee ging ich immer weiter ohne das Haus zu erreichen das ich bei jeder Krümmung zu erblicken hoffte Ich glaubte schon ich hätte mich verirrt und war im Begriff umzukehren als sich die Bäume lichteten und ich zuerst ein zweites Gitterthor dann das Haus selbst erblickte das man kaum von den Bäumen unterscheiden konnte da seine dunklen und mit ungesunder Vegetation bedeckten Mauern fast ganz die nämliche Farbe hatten wie die bemoosten Stämme und das feuchte Laub Als ich durch das Hauptthor eingetreten war das sich nur vermittelst einer Klinke schloß befand ich mich in einem halbrunden Garten ohne Blumen und Beete wo ein mit Sand bestreuter Gang sich um einen regelmäßigen Rasenplatz zog Dise Vorderseite des Hauses bot dem Auge zwei spitzige Giebel und einige schmale vergitterte Fenster mit in Blei gefaßten Scheiben Die ebenfalls schmale Thür schien dazu bestimmt zu sein sich nie zu öffnen eine einzige Stufe führte nach der Schwelle Fm Ganzen genommen hatte der Wirth Recht es war ein trauriger Aufenhalt Der Rahmen des dunkeln Waldes der das Haus auf allen Seiten umgab vervollständigte den Eindruck des Bildes Ist es möglich daß dieses Grab von lebenden Wesen bewohnt wird fragte ich mich staunend als das Leben sich wirklich durch ein leises Geräusch kund ganz es war die Eingangsthür welche in ihren Angeln knarrte Sie öffnete sich langsam und eine Gestalt zeigte sich im Dämmerlicht auf der Schwelle Ich erkannte einen Mann in bloßem Kopfe Er streckte eine Hand aus als wollte er untersuchen ob es noch regnete Obgleich der Tag sich zu Ende neigte und obgleich eine Art Wolke meine Augen verschleierte so erkannte ich doch bald diesen Mann es war mein ehemaliger Gebieter Mr Edward Rochester Meine erste Bewegung war mich seinem Anblicke zu entziehen aber ach ich wußte ja daß er mich nicht sehen konnte Ich blieb daher mit zurückgehaltenem Odem