– ein lautes Lachen – an mein Ohr Es war ein seltsames Lachen deutlich förmlich freudlos Ich stand still Der Ton verhallte doch nur für einen Augenblick dann begann das Lachen von neuem lauter denn anfangs war es wenn auch deutlich doch nur leise gewesen Es endigte mit lautem Schall welcher in jedem einsamen Zimmer ein Echo zu wecken schien es drang aber nur aus einem einzigen und ich hätte die Thür bezeichnen können aus welcher die Töne kamen »Mrs Fairfax « schrie ich auf denn jetzt hörte ich sie die große Treppe herabkommen »Haben Sie das laute Lachen gehört Woher kommt es Wer war es « »Wahrscheinlich einige der Dienstmädchen « entgegnete sie »vielleicht Grace Poole.« »Haben Sie es auch gehört « fragte ich wieder »Ja ganz deutlich Ich höre sie oft sie näht in einem dieser Zimmer Zuweilen ist Leah bei ihr sie machen oft großen Lärm miteinander.« Wiederum ertönte das leise eintönige schaurige Lachen es endigte mit einem seltsamen Gemurmel »Grace « rief Mrs Fairfax Ich erwartete wirklich nicht daß irgend eine Grace auf diesen Ruf antworten werde denn das Lachen klang so tragisch so unnatürlich so überirdisch wie ich noch niemals eins vernommen und wenn nicht heller Mittag gewesen wäre und kein gespenstischer Umstand die seltsamen Laute begleitete – wenn es nicht gewesen wäre daß weder Zeit noch Ort die Gespensterfurcht begünstigten so würde ich mich abergläubischer Furcht hingegeben haben Der Vorfall zeigte mir indessen daß ich eine Närrin war mich auch nur überraschen zu lassen Die Thür neben welcher ich stand öffnete sich und eine Dienerin trat heraus sie war eine Frau zwischen dreißig und vierzig eine untersetzte knochige Gestalt mit rotem Haar und einem harten häßlichen Gesicht eine weniger romantische oder geisterhafte Erscheinung ließ sich kaum denken »Zu viel Lärm Grace « sagte Mrs Fairfax »vergiß deine Weisungen nicht « Ohne ein Wort zu sagen machte Grace einen Knix und ging wieder ins Zimmer »Sie ist eine Person die wir hier haben um zu nähen und Leah bei ihrer Hausarbeit zu helfen « fuhr die Witwe fort »in manchen Dingen ist sie nicht ganz vorwurfsfrei aber sie genügt uns Aber ehe ich 's vergesse wie waren Sie heute Morgen mit Ihrer Schülerin zufrieden « So kam das Gespräch auf Adele und wir fuhren fort über sie zu sprechen bis wir die sonnigeren fröhlicheren Regionen des untern Stockwerks erreicht hatten Adele kam uns in der Halle entgegen gelaufen und rief »Mesdames vous êtes servies» « Dann fügte sie lachend hinzu »J'ai bien faim moi « In Mrs Fairfax Zimmer fanden wir die Mahlzeit angerichtet welche bereits unserer harrte Zwölftes Kapitel Die Aussicht auf einen ruhigen Verlauf meiner Tage welche mein erster ruhiger Anfang in Thornfield-Hall zu versprechen schien wurde nach einer näheren Bekanntschaft mit dem Orte und seinen Bewohnern durchaus nicht gestört Mrs Fairfax war in Wirklichkeit das was sie zu sein schien eine leidenschaftslose gutherzige sich stets gleich bleibende Frau von ziemlich guter Erziehung und einem Durchschnittsverstande Meine Schülerin war ein lebhaftes Kind welches