aber umsonst Er war zu unsicher Er tastete sich nach dem Hause zurück und indem er hineintrat schloß er die Thür hinter sich Jetzt ging ich näher und klopfte an Johns Frau öffnete mir die Thür »Mary « sagte ich »wie geht es Ihnen « Sie erschrak als ob sie ein Gespenst gesehen hatte Ich beruhigte sie Auf ihren hastigen Ausruf »Sind Sie es wirklich Miß die in so später Stunde an diesen einsamen Ort kommt « antworte ich nur indem ich ihre Hand erfaßte Dann folgte ich ihr in die Küche wo John jetzt vor einem helllodernden Feuer saß In wenigen Worten erklärte ich ihnen daß ich bereits von allem wisse was sich zugetragen seitdem ich Thornfield verlassen und daß ich gekommen sei um Mr Rochester zu sehen Ich bat John hinunterzugehen zu dem Chausseegeldeinnehmer welchem ich meinen Koffer anvertraut hatte nachdem ich die Chaise und den Postillon entlassen und mir mein Eigentum herauszubringen Dann legte ich Hut und Shawl ab und fragte Mary ob sie mir für diese Nacht Unterkunft im Herrenhause gewähren könne und als ich sah daß dieses Arrangement sich trotz einiger Schwierigkeiten treffen lasse kündigte ich ihr an daß ich bleiben würde In diesem Augenblick ertönte die Glocke des Wohnzimmers »Wenn Sie hineingehen Mary so sagen Sie Ihrem Herrn daß jemand da sei der mit ihm zu sprechen wünscht Nennen Sie ihm jedoch nicht meinen Namen.« »Ich glaube nicht daß er Sie vorlassen wird « entgegnete sie »er weist alle Leute ab.« Als sie zurückkam fragte ich was er gesagt habe »Er läßt nach Ihrem Namen und Ihrem Anliegen fragen « entgegnete sie Dann machte sie sich daran ein Glas mit Wasser zu füllen und es mit zwei Kerzen auf ein Präsentierbrett zu stellen »Klingelte er Ihnen um das zu verlangen « fragte ich »Ja er läßt stets Kerzen bringen wenn es dunkel wird wenn er auch blind ist.« »Geben Sie mir das Brett ich will es hineintragen.« Ich nahm es ihr aus der Hand sie bezeichnete mir die Thür des Wohnzimmers Das Brett zitterte in meiner Hand ich verschüttete das Wasser das Herz pochte mir fast hörbar in der Brust Mary öffnete die Thür für mich und schloß sie wiederum hinter mir Das Wohnzimmer sah düster aus ein vernachlässigtes Feuer qualmte im Kamin und darüber gebeugt den Kopf auf den hohen altmodischen Kaminsims gestützt stand der blinde Bewohner des Zimmers Sein alter Hund Pilot lag an einer Seite es schien als hätte er sich selbst behutsam aus dem Wege geräumt aus Furcht daß er getreten werden könne Als ich eintrat spitzte Pilot die Ohren dann sprang er winselnd empor und stürzte auf mich zu fast hätte er mir das Präsentierbrett aus der Hand gestoßen Ich stellte es dann auf den Tisch liebloste ihn und sagte leise »kusch Pilot « Mechanisch drehte Mr Rochester sich um als wolle er sehen woher die Bewegung käme Da er aber nichts sehen konnte wandte er den Kopf wieder ab und seufzte laut auf »Gieb mir das Wasser Mary.«