irgend einen Wagen « »Wir haben eine Chaise Madam eine sehr schöne Chaise.« »Lassen Sie augenblicklich anspannen und wenn Ihr Postknecht mich heute vor Dunkelwerden noch nach Ferndean bringen kann so werde ich Ihnen sowohl wie ihm den doppelten Fahrpreis zahlen.« Siebzehntes Kapitel Das Herrenhaus von Ferndean war ein Gebäude von beträchtlichem Alter mittlerer Größe und durchaus keiner architektonischen Schönheit Es lag mitten im Walde Früher hatte ich oft davon reden gehört Mr Rochester sprach häufig von Ferndean und begab sich auch zu wiederholten Malen nach dort Sein Vater hatte die Besitzung um ihrer ausgebreiteten Jagdgründe willen gekauft Er hatte das Haus gern vermietet konnte aber seiner ungesunden und unbequemen Lage wegen keinen Mieter finden Daher blieb Ferndean unmöbliert und unbewohnt mit Ausnahme von zwei oder drei Zimmern welche zur Aufnahme des Gutsherrn bereit waren wenn er während der Jagdsaison dorthin kam Am Abende eines Tages dessen Charakteristik trüber Himmel kalter Wind und ununterbrochener feiner durchdringender Regen gewesen kam ich an dies Haus Die letzte Meile hatte ich zu Fuß zurückgelegt nachdem ich sowohl Postkutsche wie Postillon mit dem Doppelten des versprochenen Preises entlassen hatte Selbst wenn man schon nahe vor dem Herrenhause stand konnte man es nicht sehen so dicht standen die Bäume des düsteren Waldes um dasselbe Ein eisernes Thor zwischen zwei Granitpfeilern zeigte mir wo ich eintreten mußte und als ich es durchschritten befand ich mich sofort wieder unter dem dicken Laubdach langer Baumreihen Zwischen alten bemoosten Baumstämmen und dichtem Unterholz zog sich ein grasbewachsener Pfad hin Diesen verfolgte ich in der Erwartung bald an menschliche Wohnungen zu kommen aber er schlängelte sich weiter und weiter nirgend eine Spur vom Hause oder vom Park Ich glaubte daß ich die falsche Richtung eingeschlagen und den Weg verfehlt habe Die Dunkelheit des Abends wie des Waldes wurde immer undurchdringlicher Ich blickte umher um einen anderen Weg zu suchen Es gab keinen Nichts als verwachsenes Unterholz kerzengerade Baumstämme Sommerlaub – nirgends eine Lichtung Ich ging weiter Endlich wurde der Pfad breiter die Bäume standen weniger dicht nun sah ich ein Gitter dann ein Haus welches in der zunehmenden Finsternis kaum von den Bäumen zu unterscheiden war so feucht und moosbedeckt waren seine morschen Mauern Indem ich durch ein Thor trat das nur durch eine Klinke geschlossen war stand ich inmitten eines umfriedeten Raums welcher sich im Halbkreis zwischen den Bäumen des Waldes ausdehnte Es waren weder Blumen noch Gartenbeete dort nur ein breiter Kiesweg welcher sich um einen Rasenplatz zog – und dies in dem ernsten düstern Waldesrahmen Das Haus zeigte an seiner Norderseite zwei Giebel die Fenster waren schmal und vergittert auch die Hausthür war eng eine Steinstufe führte zu ihr hinan Das Ganze war wie der Wirt zum »Wappen der Rochester« gesagt hatte ein trostloser Ort Es war hier still wie in einer Kirche am Wochentage der Regen welcher ununterbrochen auf das Waldeslaub herabfiel war der einzige Laut der an mein Ohr schlug »Können hier lebende Wesen sein « fragte ich mich Ja Leben irgend einer Art war