muß in Whitcroß einen Postwagen erwarten Auch ich muß Menschen in England aufsuchen und sehen bevor ich es für immer verlasse.« Bis zum Frühstück waren es noch zwei Stunden Die Zwischenzeit füllte ich damit aus daß ich leise in meinem Zimmer auf und abging und über die Vision nachdachte welche meinen Plänen ihre gegenwärtige Richtung gegeben hatte Ich rief mir jene seltsame innere Empfindung ins Gedächtnis zurück denn ich war imstande sie mit all ihrer unbeschreiblichen Wundersamkeit zurückzurufen Ich erinnerte mich der Stimme die ich vernommen wiederum fragte ich woher sie gekommen sein könne doch vergeblich wie zuvor Sie schien in mir gewesen – nicht in der äußeren Welt Ich fragte ob es ein bloßer nervöser Eindruck gewesen – eine Täuschung Ich konnte weder begreifen noch glauben es war mehr wie eine Inspiration gewesen Die wundersame Erschütterung meiner Sinne war gekommen wie das Erdbeben welches die Grundvesten von Paulus Gefängnis erschütterte sie hatte die Thore der Zelle meiner Seele geöffnet und ihre Ketten gelöst – sie hatte sie aus ihrem Schlafe geweckt aus welchem sie zitternd lauschend voll Entsetzen aufgefahren dann schlug dreimal ein vibrierender Schrei an mein ängstliches Ohr ich hatte ihn in meinem bebenden Herzen vernommen in meiner erregten Seele die weder fürchteten noch zagten sondern voll Freude jauchzten über den Erfolg einer einzigen Anstrengung die sie unabhängig von der Last des Fleisches hatten machen dürfen »Ehe viele Tage vergangen sind « sagte ich als ich mit meinem Sinnen zu Ende war »werde ich etwas wissen von ihm dessen Stimme mich gestern abend zu rufen schien Briefe haben sich als unwirksam erwiesen – jetzt tritt persönliche Nachfrage an ihre Stelle.« Beim Frühstück verkündete ich Diana und Mary daß ich eine Reise antreten würde und wenigstens vier Tage abwesend sein könne »Allein Jane « fragten sie »Ja es ist um Auskunft über eine Person zu bekommen über welche ich seit längerer Zeit in Unruhe schwebe.« Sie hätten mir erwidern können was sie ohne Zweifel auch dachten daß sie geglaubt ich habe außer ihnen keine Freunde denn dessen hatte ich sie ja in der That auch oft versichert aber in ihrem echten natürlichen Zartgefühl enthielten sie sich jeder Bemerkung nur Diana fragte mich ob ich mich denn auch wohl genug fühle um reisen zu können Ich sähe seit einiger Zeit so leidend und blaß aus Ich entgegnete ihr daß ich nicht krank sei daß nur eine bestimmte Seelenangst über mich gekommen sei welche ich auch bald zu verscheuchen hoffe Es war leicht meine weiteren Vorbereitungen zu treffen denn ich wurde weder mit Fragen noch mit Vermutungen gequält Nachdem ich ihnen einmal gesagt daß ich meine Pläne für den Augenblick nicht näher erklären könne fanden sie sich ruhig und gütig in das Schweigen mit welchem ich sie zur Ausführung brachte sie gewährten mir das Privilegium einer Entschließung das ich unter den gleichen Umständen auch ihnen gewährt haben würde Es war drei Uhr nachmittags als ich Moor-House verließ und bald nach vier Uhr stand ich am Fuße des Wegweisers von Whitcroß die