als sich dies düstere Gespenst unheimlich neben dem schwarzen Eibenbaum an der Pforte erhob »Dies ist nicht dein Trug nicht deine Zauberei – dies ist das Werk der Natur Sie war geweckt und that – kein Wunder – wohl aber ihr äußerstes.« Ich riß mich los von St John der mir gefolgt war und mich zurückhalten wollte Jetzt war meine Zeit gekommen Gewalt zu üben Jetzt mußte ich meine Macht zeigen Ich sagte ihm er solle weder Fragen stellen noch Bemerkungen machen ich bat ihn mich zu verlassen ich mußte und wollte allein sein Er gehorchte sofort Wo genug Energie vorhanden ist um zu befehlen bleibt der Gehorsam niemals aus Dann ging ich in mein Zimmer schloß mich ein fiel auf die Kniee und betete auf meine Weise – anders als auf St Johns Weise aber wirkungsvoll nach ihrer Art Mir war als dränge ich hinauf zu dem Geist der Allmacht und meine Seele ergoß sich in Dankbarkeit zu seinen Füßen Ich erhob mich vom Gebet – faßte einen Entschluß – und legte mich dann zur Ruhe ohne Furcht voll Hoffnung – mit Sehnsucht den Anbruch des Tages erwartend Sechzehntes Kapitel Und der Tag kam Beim ersten Morgengrauen erhob ich mich Ein ober zwei Stunden war ich damit beschäftigt die Sachen die Schiebladen und Schränke in meinem Zimmer zu ordnen um alles so zurückzulassen wie es für die Dauer einer kurzen Abwesenheit sein mußte Inzwischen hörte ich St John sein Zimmer verlassen An meiner Thür blieb er stehen ich fürchtete daß er anklopfen würde – nein ein Streifen Papier wurde durch die schmale Spalte unter der Thür hereingeschoben Ich nahm ihn auf Er enthielt folgende Worte »Gestern abend hast du mich zu plötzlich verlassen Wenn du nur noch ein wenig länger geblieben wärest so hättest du deine Hand endlich auf das Kreuz des Christen die Krone des Engels gelegt Wenn ich heute über vierzehn Tage zurückkehre erwarte ich deinen klaren endgiltigen Entschluß Inzwischen wache und bete daß du nicht in Versuchung fällst der Geist hoffe ich ist willig aber das Fleisch sehe ich ist schwach Jede Stunde werde ich für dich beten Der deine St John.« »Mein Geist « entgegnete meine Seele »will das thun was recht ist und mein Fleisch hoffe ich ist stark genug den Willen des Himmels zu vollbringen wenn ich erst einmal jenen Willen deutlich erkannt habe Auf jeden Fall wird es stark genug sein zu suchen – zu fragen – einen Ausweg aus dieser Wolke des Zweifels zu suchen und das Tageslicht der Gewißheit zu finden.« Wir hatten den ersten Juni aber der Morgen war kalt und wolkig der Regen schlug hart an meine Fenster Ich hörte wie die Hausthür geöffnet wurde und St John hinausging Als ich zum Fenster hinausblickte sah ich wie er durch den Garten ging Er nahm den Weg über das nebelige Moorland in der Richtung von Whitcroß – dort mußte er den Postwagen treffen »In wenigen Stunden werde ich dir auf jener Spur folgen Vetter « dachte ich »auch ich