kehrte doch zurück Dann wanderte ich von neuem fort immer wieder fortgetrieben durch das Bewußtsein daß ich kein Recht zu betteln habe – kein Recht zu erwarten daß irgend jemand an meiner verzweifelten Lage Anteil nehme Inzwischen neigte der Nachmittag sich seinem Ende zu während ich wie ein verlorener verlaufener Hund umherwanderte Als ich über ein Feld ging sah ich den Kirchturm vor mir ich eilte näher In der Nähe des Friedhofs inmitten eines Gartens stand ein kleines aber schön gebautes Haus welches ich sofort für den Pfarrhof hielt Es fiel mir ein daß Fremde welche in einen Ort kommen wo sie ohne jemanden zu kennen irgend eine Beschäftigung suchen sich zuweilen um Rat und Hilfe an den Geistlichen wenden Es ist das Amt des Priesters denen zu helfen – wenigstens mit seinem Rat – welche sich selbst helfen wollen Mir war 's als hätte ich etwas wie ein Recht mir hier Rat zu holen So belebte sich denn mein Mut von neuem und indem ich den letzten schwachen Rest meiner Kräfte zusammen nahm wanderte ich vorwärts Ich erreichte das Haus und klopfte an die Küchenthür Eine alte Frau öffnete Ich fragte ob dies das Pfarrhaus sei »Ja.« »Ob der Pfarrer zu Hause sei.« »Nein.« »Ob er bald nach Hause kommen würde.« »Nein er sei eine ziemliche Strecke vom Hause entfernt.« »Sehr weit « »Nicht so sehr weit – vielleicht drei Meilen Er sei durch den plötzlichen Tod seines Vaters abberufen augenblicklich sei er in Marsh End und würde dort wahrscheinlich noch vierzehn Tage bleiben.« »Ob denn nicht die Hausfrau da sei « »Nein außer ihr niemand und sie sei die Haushälterin.« Aber von ihr mein teurer Leser konnte ich nicht Errettung aus der Not erflehen die mich fast zu Boden sinken ließ Noch vermochte ich nicht zu betteln Ich kroch weiter Wieder löste ich mein kleines Halstuch – wieder fielen mir die kleinen Brötchen in dem Ladenfenstcr des Dorfes ein Ach nur eine Brotkruste Nur einen Mundvoll um mich von dem grausamen Hungertode zu erretten Instinktmäßig wandte ich das Gesicht wieder dem Dorfe zu ich fand den Laden und trat ein und obgleich sich außer der Frau noch mehr Leute dort befanden wagte ich doch die Bitte ob sie mir nicht ein Brötchen für das Seidentuch geben wolle Mit augenscheinlichem Mißtrauen blickte sie mich an »Nein sie sei nicht gewohnt auf diese Weise ihre Ware an den Mann zu bringen.« Fast verzweifelt bat ich um ein halbes Brot Sie schlug es mir wieder ab »Wie könne sie denn wissen wie ich zu dem Ding gekommen sei « sagte sie »Ob sie denn meine Handschuhe wolle « »Nein Was sie damit anfangen solle « Mein Leser es ist nicht angenehm bei diesen Details zu verweilen Es giebt Leute welche behaupten daß es Freude gewähre auf qualvolle Erfahrungen der Vergangenheit zurück zu blicken aber bis auf den heutigen Tag ist es mir schmerzlich auf die Zeit zurückzusehen von welcher ich spreche Die moralische Herabwürdigung zusammen mit dem physischen Leiden bilden eine