häufiger zwar noch hinter ihrem Rücken Aus Gewohnheit gehorchte ich John auch dieses Mal und näherte mich seinem Stuhl ungefähr zwei bis drei Minuten brachte er damit zu mir seine Zunge so weit entgegenzustrecken wie er es ohne Gefahr für seine Zungenbänder bewerkstelligen konnte ich fühlte daß er mich jetzt gleich schlagen würde und obgleich ich eine tödliche Angst vor dem Schlage empfand vermochte ich doch über die ekelerregende und häßliche Erscheinung des Burschen der denselben austeilen würde meine Betrachtungen anzustellen Ich weiß nicht ob er diese Gedanken auf meinem Gesichte las denn plötzlich ohne ein Wort zu sagen schlug er heftig und brutal auf mich los Ich taumelte dann gewann ich das Gleichgewicht wieder und trat einige Schritte von seinem Stuhl zurück »Das ist für die Frechheit daß du vor einer Weile gewagt hast Mama eine Antwort zu geben « sagte er »und daß du gewagt hast dich hinter den Vorhang zu verkriechen und für den Blick den ich vor zwei Minuten in deinen Augen gewahrte du Ratze du « An Johns Beschimpfungen gewöhnt fiel es mir niemals ein irgend etwas auf dieselben zu erwidern ich dachte nur daran wie ich den Schlag ertragen sollte der unfehlbar auf die Schimpfworte folgen würde »Was hast du da hinter dem Vorhange gemacht « fragte er weiter »Ich habe gelesen.« »Zeige mir das Buch.« Ich ging an das Fenster zurück und holte es von dort »Du hast kein Recht unsere Bücher zu nehmen du bist eine Untergebene hat Mama gesagt du hast kein Geld dein Vater hat dir keins hinterlassen eigentlich solltest du betteln und hier nicht mit den Kindern eines Gentleman wie wir es sind zusammen leben und dieselben Mahlzeiten essen wie wir und Kleider tragen die unsere Mama dir kaufen muß Nun ich werde dich lehren zwischen meinen Büchern umherzustöbern denn sie gehören mir und das ganze Haus gehört mir oder wird mir wenigstens in einigen Jahren gehören Geh und stell dich an die Thür nicht vor den Spiegel oder die Fenster.« Ich that wie mir geheißen ohne eine Ahnung von seiner Absicht zu haben als ich aber gewahrte daß er das Buch emporhob und mit demselben zielte sprang ich instinktiv zur Seite und stieß einen Schreckensschrei aus jedoch nicht schnell genug das Buch wurde geschleudert es traf mich und ich fiel indem ich mit dem Kopf gegen die Thür schlug und mich verletzte Die Wunde blutete der Schmerz war heftig mein Entsetzen war über den Höhepunkt hinausgegangen andere Empfindungen bemächtigten sich meiner »Du böser grausamer Bube « schrie ich »Du bist wie ein Mörder – du bist wie ein Sklaventreiber – du bist wie die römischen Kaiser « Ich hatte Goldsmiths Geschichte Roms gelesen und mir meine eigene Ansicht über Nero Caligula und andere gebildet Im Stillen hatte ich Vergleiche gezogen welche laut zu äußern allerdings niemals meine Absicht gewesen »Was Was « schrie er »Hat sie das zu mir gesagt Habt ihr es gehört Eliza und Georgina Das will ich der Mama erzählen – Aber erst noch –