beugte sich zu mir herab und näherte seine Lippen meinem Ohr Denn wenn du es nicht thust werde ich Gewalt brauchen.« Seine Stimme war heiser Sein Blick war der eines Mannes der gerade im Begriffe steht eine unerträgliche Fessel zu sprengen und sich Hals über Kopf in wilde Zügellosigkeit zu stürzen Im nächsten Augenblick begriff ich das und wenn seine Wut auch nur noch um ein Atom zunahm war ich nicht mehr imstande auch nur noch das Geringste mit ihm zu thun Die gegenwärtige – die vorübergehende Sekunde – war alles was mir gehörte nur jetzt noch konnte ich ihn beherrschen und zurückhalten wenn ich eine Bewegung des Abscheus der Furcht zeigte so wäre mein Schicksal besiegelt gewesen – und das seine Aber ich fürchtete mich nicht – nicht eine Minute Ich spürte eine innere Kraft die mich aufrecht erhielt Die Krisis war gefährlich aber sie hatte ihren Reiz Einen Reiz wie ihn der Wilde vielleicht empfindet wenn er in seinem Kanoe über die Stromschnellen dahin saust Ich faßte seine geballte Hand löste die zuckenden Finger und sagte sanft und beruhigend »Setzen Sie sich Ich will mit Ihnen reden so lange Sie wollen ich will alles anhören was Sie zu sagen haben ob es nun vernünftig oder unvernünftig ist.« Er setzte sich aber er kam noch nicht gleich zum Reden Ich hatte schon lange mit den Thränen gekämpft Wohl hatte ich mir die größte Mühe gegeben sie zu unterdrücken weil ich wußte daß er mich nicht weinen sehen mochte Jetzt indessen hielt ich es für besser ihnen freien Lauf zu lassen so lange sie wollten Wenn diese Thränenflut ihn bekümmerte – desto besser Ich gab ihnen also nach und weinte bitterlich Bald hörte ich wie er mich ernstlich bat mich zu fassen Ich entgegnete daß ich es nicht könne so lange er so zornig sei »Aber ich bin nicht zornig Jane Ich liebe dich nur zu sehr – das ist alles Und du hattest dein kleines blasses Gesicht mit einem so kalten entschlossenen Blick gestählt daß ich es nicht ertragen konnte Sei jetzt still und trockne deine Augen.« Seine weiche Stimme verkündete mir daß er besiegt sei daher wurde auch ich nun ruhig Jetzt machte er den Versuch seinen Kopf an meine Schulter zu lehnen aber ich wollte es nicht erlauben Dann wollte er mich an sich ziehen – auch das gestattete ich nicht »Jane Jane « sagte er mit einem Ausdruck so bitterer Traurigkeit daß jeder Nerv in mir erbebte »Liebst du mich denn nicht mehr Es war also nur meine Stellung der Rang meiner Gattin den du schätztest und anstrebtest Jetzt wo du mich nicht mehr für geeignet hältst dein Gatte zu werden zuckst du unter meiner Berührung zusammen als sei ich eine Kröte oder ein Affe.« Diese Worte schnitten mir ins Herz Aber was konnte ich thun Wahrscheinlich hätte ich gar nichts sagen oder thun müssen aber die Gewissensbisse darüber daß ich sein Gefühl auf diese Weise verletzen mußte quälten mich derartig daß ich dem Verlangen heilenden