mir hinauf Wir traten in den stillen bescheidenen Tempel Der Priester stand in seinem weißen Chorrock an dem niedrigen Altar und wartete Neben ihm der Küster Tiefe heilige Ruhe überall In einem entfernten Winkel bewegten sich zwei Schatten Meine Vermutung war die richtige gewesen die Fremden waren vor uns in die Kirche geschlüpft und jetzt standen sie an dem Grabgewölbe der Rochesters Sie hatten uns den Rücken zugewendet und blickten durch die Gitterstäbe auf den alten von der Zeit geschwärzten Marmorstein wo ein knieender Engel die irdischen Überreste des Damer de Rochester hütete welcher zur Zeit der Bürgerkriege auf Marston Moor den Tod gefunden hatte Neben ihm ruhte Elizabeth seine Gemahlin Wir hatten uns am Abendmahlstische aufgestellt Als ich einen vorsichtigen Schritt hinter mir hörte blickte ich über meine Schulter einer der beiden Fremden – augenscheinlich ein Gentleman – näherte sich dem Altarplatz Der Gottesdienst begann Die Erklärung des Endzwecks der Ehe wurde durchgenommen Dann trat der Geistliche um einen Schritt vorwärts und indem er sich leicht zu Mr Rochester herabbeugte fuhr er fort »Und so bitte und verlange ich denn von euch beiden da ihr am furchtbaren Tage des jüngsten Gerichts wenn das Geheimnis aller Herzen enthüllt sein wird dafür werdet Rechenschaft ablegen müssen daß wenn einem von euch ein Hindernis bekannt ist weshalb ihr nicht gesetzmäßig in die Ehe treten könnet ihr es jetzt bekennet Denn das sollt ihr wissen daß so viele da beieinander leben anders als durch Gottes Wort verbunden so viele sind nicht durch Gott verbunden und ihre Ehe bedeutet nichts nach dem Gesetz.« Hier hielt er inne wie es der Brauch ist Wann wird die Pause nach jener Frage jemals durch eine Antwort unterbrochen Vielleicht nicht ein einziges Mal in einem ganzen Jahrhundert Und der Geistliche welcher die Blicke nicht von seinem Buche erhoben und den Atem nur für einen Augenblick angehalten hatte fuhr jetzt fort Seine Hand war schon gegen Mr Rochester ausgestreckt und er öffnete die Lippen um zu fragen »Willst du dieses Mädchen hier zu deinem Weibe nehmen« – als eine Stimme deutlich und klar sagte »Die Trauung kann nicht vollzogen werden Ich erkläre hiermit daß ein Hindernis existiert.« Der Prediger blickte auf und sah den Sprecher an – sprachlos stand er da Ebenso der Küster Mr Rochester machte eine leise Bewegung als spüre er ein Erdbeben unter seinen Füßen Dann faßte er wieder festeren Fuß und indem er weder das Haupt noch den Blick wandte sagte er mit gebieterischer Stimme »Fahren Sie fort « Als er diese Worte gesprochen hatte herrschte tiefe Stille Leise aber fest waren sie erklungen Dann sagte Mr Wood »Ich kann nicht fortfahren ohne Nachforschungen über die Behauptung anzustellen welche hier soeben gemacht worden ist Ich muß untersuchen ob es Lüge oder Wahrheit gewesen.« »Die Ceremonie der Trauung hat hier ein Ende « entgegnete die Stimme hinter uns »Ich bin in der Lage beweisen zu können daß das was ich behaupte auf Wahrheit beruht Es existiert ein unüberwindliches Hindernis für diese Ehe.« Mr Rochester hörte wohl