und die Dienerschaft standen vollständig unter ihrer Kontrolle nur ihre Kinder trotzten zuweilen ihrer Autorität und verlachten sie höhnisch sie kleidete sich hübsch und verstand es eine schöne Toilette mit Anstand zu tragen Wenige Schritte von ihrem Lehnstuhl entfernt saß ich auf einem niedrigen Schemel und ließ meine Blicke prüfend auf ihrer Figur und ihren Gesichtszügen ruhen In der Hand hielt ich das Traktätchen welches von dem plötzlichen Tode der Lügnerin handelte meine Aufmerksamkeit war ganz besonders auf diese Erzählung gelenkt weil sie eine passende Warnung für mich enthalten sollte Noch war meine Seele wund und schmerzhaft von dem was soeben geschehen war was Mrs Reed in Bezug auf mich mit Mr Brocklehurst gesprochen von dem ganzen Inhalt ihres Gesprächs Ich hatte jedes Wort ebenso klar empfunden wie ich es gehört und das leidenschaftlichste Rachegefühl begann sich in mir zu regen Mrs Reed blickte von ihrer Arbeit auf ihr Auge bohrte sich in das meine ihre Finger hielten in ihrer geschäftigen Bewegung inne »Verlaß das Zimmer Geh wieder in die Kinderstube zurück « In meinem Blicke oder in meinen Bewegungen mußte sie etwas herausforderndes gesehen haben denn sie sprach in heftigster wenn auch unterdrückter Bewegung Ich stand auf ich ging an die Thür ich kam wieder zurück dann ging ich an das Fenster durch das Zimmer dicht an ihren Lehnstuhl Sprechen mußte ich man hatte mich zu schmerzhaft verletzt ich mußte mich auflehnen doch wie Welche Mittel hatte ich denn um meine Gegnerin wirksam zu treffen Ich faßte meinen ganzen Mut meine ganze Energie zusammen und schleuderte ihr folgende Worte ins Gesicht »Ich bin nicht falsch nicht lügnerisch wäre ich es so würde ich sagen daß ich dich liebe aber ich erkläre dir daß ich dich nicht liebe ich hasse dich mehr als irgend jemanden auf der ganzen Welt John Reed ausgenommen und dieses Buch hier mit der Geschichte einer Lügnerin das kannst du deiner Tochter Georgiana geben denn sie ist es die dich und alle anderen belügt nicht ich.« Mrs Reeds Hände ruhten unthätig auf ihrer Arbeit ihr eisiges Auge bohrte sich erstarrend in das meine »Hast du sonst noch etwas zu sagen « fragte sie mich in jenem Tone den man wohl Erwachsenen gegenüber niemals aber im Gespräch mit einem Kinde anzuwenden pflegt Ihre Augen ihre Stimme wühlten all den Haß der in mir lebte auf Von Kopf bis zu Fuße bebend von einer Erregung geschüttelt deren ich nicht mehr Herr werden konnte fuhr ich fort »Ich bin glücklich daß Sie nicht meine Blutsverwandte sind Niemals so lange ich lebe werde ich Sie wieder Tante nennen Niemals selbst wenn ich erwachsen bin werde ich kommen um Sie zu besuchen und wenn irgend jemand mich fragen sollte ob ich Sie liebe und wie Sie mich behandelt haben so werde ich antworten daß der Gedanke an Sie allein schon genügt um mich todkrank zu machen und daß Sie mich mit elender Grausamkeit behandelt haben.« »Wie kannst du es wagen Jane Eyre das zu behaupten « »Wie ich es wagen kann