einer vertraulichen Unterhaltung sie beglückte mich mit einer Beschreibung des glänzenden Winters den sie vor zwei Jahren in London zugebracht hatte sie erzählte mir von der Bewunderung die sie erregt – von den Aufmerksamkeiten die man ihr erwiesen und sie ließ sogar eine Andeutung von der hochtönenden Eroberung durchblicken die sie gemacht hatte Im Laufe des Nachmittags und des Abends kam sie wieder auf diese Andeutungen zurück und wurde noch deutlicher sie wiederholte einige zärtliche Gespräche beschrieb mir mehrere sentimentale Scenen kurzum sie improvisierte an diesem Tage einen ganzen Band Novellen aus dem fashionablen Leben zu meiner Unterhaltung Täglich machte sie mir neue Mitteilungen wenn sie auch stets von demselben Thema handelten – von ihr ihrer Liebe und ihrem Schmerz Es war seltsam daß sie niemals mit einer Silbe der schweren Krankheit ihrer Mutter des fürchterlichen Todes ihres Bruders und des augenblicklichen traurigen Zustandes der Familienangelegenheiten erwähnte – Ihr Gemüt schien sich nur mit der Erinnerung an entschwundenes Glück und der Hoffnung auf künftige Zerstreuungen zu beschäftigen Jeden Tag brachte sie ungefähr fünf Minuten in dem Krankenzimmer ihrer Mutter zu das war alles Eliza sprach noch immer sehr wenig augenscheinlich hatte sie keine Zeit für die Unterhaltung Ich habe niemals eine geschäftigere Person gesehen als sie zu sein schien Und doch wäre es schwer gewesen zu sagen was sie eigentlich that oder vielmehr irgend ein Resultat ihrer Geschäftigkeit zu entdecken Sie hatte eine Weckuhr die sie täglich früh wecken mußte Ich weiß nicht womit sie sich vor dem Frühstück beschäftigte nach demselben hatte sie ihre Zeit indessen in regelmäßige Teile geteilt und jede Stunde hatte die ihr zugeschriebene Arbeit Dreimal am Tage studierte sie ein kleines Buch welches sich nach einer genaueren Besichtigung meinerseits als das »allgemeine Gebetbuch« erwies Ich fragte sie einmal worin die große Anziehungskraft dieses Buches für sie liege und sie entgegnete mir In der Liturgie Drei Stunden widmete sie der Beschäftigung mit Goldfäden den Rand eines viereckigen Tuchstücks zu besticken welches für einen Teppich beinahe groß genug gewesen wäre Auf meine Frage in Bezug auf die Verwendung dieses Gegenstandes sagte sie mir daß es eine Altardecke für eine Kirche sei welche vor kurzem in der Nähe von Gateshead erbaut worden war Zwei Stunden widmete sie ihrem Tagebuche zwei weitere arbeitete sie allein im Küchengarten eine brauchte sie für die Regelung ihrer Rechnungen und Bücher Sie schien keiner Gesellschaft keines Verkehrs keiner Unterhaltung zu bedürfen Ich glaube daß sie auf ihre Weise sehr glücklich war dieser sich täglich wiederholende Schlendrian genügte ihr und nichts verursachte ihr größeren Ärger als wenn irgend ein Umstand eintrat welcher sie zwang die peinliche Regelmäßigkeit ihrer Arbeiten abzuändern Eines Abends als sie mehr zur Mitteilsamkeit geneigt war als gewöhnlich sagte sie mir daß Johns Aufführung und der drohende Ruin ihrer Familie eine Quelle tiefen und nagenden Kummers für sie gewesen seien jetzt aber habe ihr Gemüt sich beruhigt und ihr Entschluß sei gefaßt Ihr eigenes Vermögen zu sichern habe sie Sorge getragen und wenn ihre Mutter stürbe – denn es sei durchaus