Nüstern deuteten auf eine cholerische Natur sein grimmer Mund das Kinn die Kinnbacken – ja alle drei waren grimmig darüber konnte kein Irrtum obwalten Seine Gestalt die jetzt des Mantels entkleidet war harmonierte an Schärfe mit seinem Gesicht Ich vermute daß man sie vom athletischen Standpunkt aus schön hätte nennen können – die Brust war breit die Hüften schmal aber sie war weder schlank noch geschmeidig Mr Rochester mußte Mrs Fairfaxs und meinen Eintritt wohl bemerkt haben aber ich vermute daß er nicht in der Laune war Notiz von uns zu nehmen denn er wandte nicht einmal den Kopf als wir näher traten »Hier ist Miß Eyre mein Herr « sagte Mrs Fairfax in ihrer ruhigen Weise Er neigte den Kopf leicht aber immer wandte er noch keinen Blick von der Gruppe des Hundes mit dem Kinde »Lassen Sie Miß Eyre Platz nehmen « sagte er und in der förmlichen steifen Verbeugung in dem ungeduldigen gezwungenen Ton lag etwas das zu sagen schien »Was zum Teufel kümmert es mich ob Miß Eyre da ist oder nicht In diesem Augenblick verspüre ich keine Lust mit ihr zu sprechen.« Ich setzte mich und meine Verlegenheit war gänzlich geschwunden Ein Empfang von äußerster Höflichkeit würde mich wahrscheinlich verwirrt haben ich hätte ihn nicht durch Eleganz oder Grazie meinerseits erwidern können aber solche schroffe Launen legten mir keine Verpflichtung auf im Gegenteil ich errang einen leichten Vorteil über ihn durch seinen Mangel an guter Manier den ich schweigend zu ignorieren schien Außerdem war mir das Außergewöhnliche seines Verfahrens pikant Es interessierte mich zu beobachten wie es nun weiter gehen würde Er benahm sich also weiter wie eine Statue es ungefähr gethan haben würde das heißt er sprach weder noch bewegte er sich Mrs Fairfax schien es für notwendig zu halten daß einer von uns sich liebenswürdig zeige und so begann sie zu sprechen Freundlich wie gewöhnlich und wie gewöhnlich auch zuerst sehr alltäglich begann sie ihn wegen der dringenden Geschäfte zu bemitleiden mit welchen er während des ganzen Tages überbürdet gewesen wegen der Verrenkung welche ihm große Schmerzen verursachen müsse – dann begann sie ihm Geduld und Ausdauer während des Verlaufs seiner Heilung anzuempfehlen »Madame ich bitte um eine Tasse Thee « lautete die einzige Antwort welche sie erhielt Sie beeilte sich die Glocke zu ziehen und als das Theebrett gebracht wurde begann sie die Tassen Löffel u s w mit geschäftiger Schnelligkeit zu ordnen Adele und ich gingen an den Tisch aber der Hausherr verließ sein Ruhebett nicht »Wollen Sie Mr Rochester die Tasse reichen « sagte Mrs Fairfax zu mir »Adele könnte den Thee verschütten.« Ich that was sie begehrte Als er mir die Tasse aus der Hand nahm rief Adele welche den Augenblick vielleicht für geeignet hielt eine Bitte zu meinen Gunsten auszusprechen »N'est-ce pas Monsieur qu'il y a un cadeau pour Mademoiselle Eyre dans votre petit coffre « Fußnote »Wer redet von cadeaux « fragte er rauh »Haben Sie ein Geschenk erwartet Miß Eyre Lieben Sie vielleicht Geschenke « und