über gebräunte Baumgruppen und noch ziemlich grüne Felder mich dem Grasplatze nähernd blickte ich empor und übersah die Vorderseite des Gebäudes Es war drei Stockwerke hoch den Raumverhältnissen nach nicht großartig aber immerhin ansehnlich das Herrenhaus eines Gentlemans nicht das Schloß eines hohen Adeligen rings um die Firste laufende Zinnen gaben ihm ein malerisches Aussehen Die graue Fronte des Hauses trat sehr gut aus dem Hintergrunde einer Krähenzucht hervor deren krächzende Bewohnerinnen sich eben erhoben über den Grasplatz und die Felder hinflogen und sich auf einer großen Wiese niederließen welche eine halb durchbrochene Umzäumung von den ersteren absperrte und wo eine Anzahl mächtiger knorriger dicker Eichen nicht unähnlicher Kreuzdornbäume auf einmal die Ableitung des Ortsnamens Thornfield Dornfeld rechtfertigten Weit in der Ferne sah man Berge keine solchen so felsigen wie die um Lowood herum aber auch keine solchen die den Weg in die Außenwelt abzusperren schienen eigentlich bloß einige stille unbegangene Hügel welche Thornfield zu einer so tiefen Einsamkeit machten wie ich es in der Nähe eines so lebhaften Ortes wie Millcote kaum erwartet hätte Ein kleines Dörfchen dessen Dächer zwischen Baumgruppen einzeln hervorschielten zog sich an der Seite des kleinen Hügels hinan die Kirche stand näher gegen Thornfield zu ihre verwitterte Thurmspitze sah über einen Erdaufwurf zwischen dem Hause und dem Hofthore herüber Noch erfreute ich mich des ruhigen Anblickes und der frischen Luft hörte den Krähen zu und übersah die lange graue Fronte des Herrenhauses im Stillen bedenkend was für ein großer Wohnplatz dies für eine einzelne kleine Frau wie Mistreß Fairfax sei als die erwähnte Dame an der Thür sichtbar wurde Was Schon im Freien rief sie Ich sehe Sie sind keine Langschläferin Ich trat auf sie zu und sie empfing mich mit einem freundlichen Kusse und Händedruck Wie gefällt Ihnen Thornfield frug sie Ich erwiderte es gefiele mir ausnehmend Ja sagte sie es ist ein hübscher Ort allein ich fürchte es wird noch alles zerfallen wenn Mister Rochester nicht beizeiten daran denkt hier seinen beständigen Wohnsitz aufzuschlagen oder doch wenigstens öfter hierher kommt Große Häuser und schöne Landgüter verlangen die Gegenwart ihres Eigenthümers Mister Rochester rief ich aus Wer ist das Der Besitzer von Thornfield bemerkte sie ganz ruhig Wußten Sie denn das nicht daß er Rochester heißt In der That wußte ich es nicht ich hatte vordem nie etwas von ihm gehört doch die alte Dame schien seine Existenz als eine allgemein bekannte Thatsache vorauszusetzen welche jedermann aus Instinct bekannt sein mußte Ich dachte Sie wären die Eigenthümerin von Thornfield fuhr ich fort Ich Ei bewahre liebes Kind Was für eine Idee Ich bin ja nur die Haushälterin die Wirthschafterin Wohl bin ich durch meinen Mann mit den Rochester 's weitläufig verwandt mein Mann war ein Geistlicher ein Pfründner von Hay dem kleinen Dorfe dort am Hügel und dies hier war sein Gotteshaus des jetzigen Mister Rochester 's Mutter war eine Fairfax und ein zweites Geschwisterkind meines verstorbenen Mannes aber ich thue mir auf diese Verwandtschaft nichts zugute ich kümmere mich wirklich nicht darum ich