müde für ihn zu schauen ihm Landschaften Bäume und Blumen zu beschreiben Eines Morgens am Ende der zwei Jahre als ich einen Brief schrieb den er mir dictirte bog er sich zu mir und sagte Hast Du nicht einen glänzenden Schmuck am Halse liebe Jane Ich hatte eine goldene Uhrkette umhängen und bejahte seine Frage Hast Du nicht ein blaßblaues Kleid an Es war wirklich der Fall Er erklärte mir dann seit einiger Zeit komme es ihm vor als schwinde der Nebel von seinen Augen und nun sei er dessen gewiß Ist reiste mit ihm nach London wo er unter den Händen eines geschickten Augenarztes wenigstens auf dem einen Auge die Sehkraft wieder erlangte Er kann wohl noch immer nicht ganz deutlich sehen auch nicht viel lesen und schreiben aber der Anblick der Natur ist ihm doch gestattet und er kann ohne fremde Hilfe herumgehen und als ihm sein Erstgeborener in die Arme gelegt wurde unterschied er daß er dieselben schwarzen glänzenden Augen besitze die einst den Vater zierten Auch bei dieser Gelegenheit dankte er Gott für seine Güte und Barmherzigkeit Mein Eduard und ich sind um so glücklicher da auch unsere Lieben es im vollsten Maße sind Diana und Mary Rivers sind Beide vermählt und besuchen uns abwechselnd Diana 's Mann ist Capitän in der Flotte ein tapferer Officier und ein guter Mensch Mary ist die Frau eines Geistlichen eines Schulfreundes ihres Bruders und seinen Grundsätzen und Gemüthsbeschaffenheit nach eines solchen Weibes würdig Sowohl Capitän Fitzjames als Mister Wharton lieben ihre Weiber und werden von ihnen geliebt Was St John anbelangt so ging er in der That nach Indien wo er die sich selbst vorgezeichnete Bahn mit allem Eifer verfolgt Mit Kraft und Gottesfurcht und Selbstverleugnung arbeitet er an der Bekehrung seines Nächsten und bekämpft alle Hindernisse des Glaubens und des Kastengeistes mit riesiger Anstrengung Er mag noch immer rauh noch immer ehrgeizig sein aber seine Rauheit ist diejenige des Kriegers Was er von seinem Mitmenschen beansprucht ist in den Worten Jesu zusammengefaßt der da sagt Wer immer einer von meinen Jüngern sein will der nehme sein Kreuz auf sich und folge mir nach Sein Ehrgeiz strebt nach einem Plate unter denjenigen die sich von der Erde losgesagt haben und in erster Reihe vor dem Throne Gottes stehen unter den Berufenen den Getreuen und Auserwählten St John ist unvermählt und wird es auch bleiben Bis jetzt war er allein seiner Arbeit gewachsen und die nähert sich ihrem Ende die glänzende Sonne neigte sich dem Untergange Der letzte Brief den er mir schrieb entlockte mir menschliche Thränen und erfüllte mein Herz dennoch mit göttlicher Freude er sah schon im Geiste seine Belohnung die unvergängliche Himmelskrone vor sich Ich weiß daß mir demnächst eine fremde Hand schreiben mich benachrichtigen wird der gute und treue Diener sei endlich zu seinem Herrn berufen worden Allein warum sollte ich deshalb weinen Furcht vor dem Tode wird St John's letzte Stunde nicht verbittern sein Geist wird frei sein Herz stark wie immer seine Hoffnung sein