in diesem Hause eine freundliche Auskunft zu erlangen Den Rest meiner nahezu erschöpften Kraft zusammennehmend erreichte ich das Gebäude Ich pochte ein altes Weib öffnete die Thür Ist dies das Pfarrhaus frug ich Ja Ist der geistliche Herr zu Hause Nein Kommt er bald zurück Kaum er ist verreist Weit von hier Nicht gar weit etwa drei Meilen Der plötzliche Tod seines Vaters rief ihn ab er ist jetzt in Marsh-End und wird wohl noch vierzehn Tage ausbleiben Ist keine Frau im Hause Nein ich bin allein hier Ich bin die Haushälterin Es war mir unmöglich die Frau um etwas zum Essen anzugehen zu betteln Halb todt kroch ich weiter Wieder nahm ich mein seidenes Halstuch ab wieder dachte ich an die Semmeln und Kuchen in jenem kleinen Laden Instinctmäßig wandte ich meine Schritte dem Dorfe zu hatte den Laden bald wiedergefunden und trat hinein Wiewohl noch andere Leute außer der Verkäuferin darin standen frug ich die letztere ob sie mir für das Halstuch eine Semmel geben wollte Sie sah mich mit augenscheinlichem Mißtrauen an Ich pflege meine Waare nicht auf diese Weise zu verkaufen sagte sie Fast zur Verzweiflung getrieben verlangte ich einen halben Kuchen Sie verweigerte mir auch diesen Wer weiß woher Sie das Tuch haben bemerkte die Frau Wollen Sie meine Handschuhe nehmen Nein was sollte ich damit Es ist nicht angenehm lieber Leser lange bei diesen Einzelnheiten zu verweilen Gewisse Leute behaupten es sei ein Genuß nach vergangenen traurigen Zeiten zurückzublicken doch noch heute ist es mir unmöglich an jene Zeit der fürchterlichsten physischen und moralischen Leiden ohne Schaudern zu denken Es war eingetroffen was ich vorhergesehen hatte ein gewöhnlicher Bettler wird sehr oft ein gut gekleideter stets mit Mißtrauen angesehen Wohl bettelte ich nur um Arbeit doch wer hatte die Verpflichtung mir welche zu verschaffen Gewiß am allerwenigsten diejenigen die mich zum erstenmale sahen und mich durchaus nicht näher kannten Doch genug von diesem Gegenstande die bloße Erinnerung daran ist mir widerlich Eine Weile bevor es dunkel wurde kam ich bei einer Pächterswohnung vorüber An der offenen Thür saß der Pächter und verzehrte sein Nachtessen bestehend in Brot und Käse Ich blieb stehen Wollen Sie mir ein Stück Brot geben bat ich ich bin sehr hungrig Er sah mich verwundert an aber ohne ein Wort zu verlieren schnitt er ein tüchtiges Stück von seinem Laibe ab und gab es mir Ich denke er hielt mich kaum für eine Bettlerin sondern für eine wunderliche Dame die zufällig einen Appetit auf sein Schwarzbrot bekommen hatte Sobald ich aus dem Bereiche seiner Blicke heraus war setzte ich mich nieder und aß Ich hielt es nicht für möglich in irgend einem Haufe ein Nachtlager zu finden und suchte daher in dem besagten Gehölze eine Unterkunft Doch brachte ich die Nacht elend zu und meine Ruhe wurde mehr als einmal durch Vorübergehende unterbrochen so daß ich mein Lager einigemal wechseln mußte Ueberdies war der Boden feucht die Nachtluft kalt und gegen Morgen regnete es ziemlich stark Der ganze darauffolgende Tag