nicht heiraten Sir Ich war zu dem Beschlusse gekommen ich könne und müsse es thun Anfänglich war es nicht meine Absicht zu hintergehen so wie ich Sie hinterging Ich wollte meine Geschichte rund heraussagen und offen als Freier auftreten und die Sache erschien mir so vernünftig so einleuchtend daß ich keinen Augenblick daran zweifelte es würde sich bald ein freundliches Wesen finden das meine Lage begriffe und mir gerne die Hand reichte trotz des Fluches der auf mir lastet Nun Sir Ich muß immer über Sie lächeln wenn Sie neugierig sind Sie öffnen dann Ihre Augen wie ein Raubvogel und machen von Zeit zu Zeit eine ungeduldige Bewegung als kämen Ihnen die Antworten in einem Gespräche nicht schnell genug zu und als wollten Sie den Leuten im Herzen lesen Doch bevor ich fortfahre müssen Sie mir erst erklären was Ihr Nun Sir zu bedeuten hat Es ist ein ganz kurzer Sat den Sie häufig anwenden und der mich mehr als einmal in ein endloses Geplauder verwickelte wiewohl ich nicht recht weiß wie dies kam Ich will damit sagen Was weiter Was thaten Sie dann Was waren die weiteren Folgen dieses Ereignisses Richtig Und was wollen Sie jetzt wissen Ob Sie irgend ein Wesen fanden das Sie liebten ob Sie ihr einen Heiratsantrag machten und was sie dazu sagte Wohl kann ich Ihnen sagen ob ich ein Mädchen fand das ich liebte und ob ich ihr einen Heiratsantrag machte doch was sie dazu sagte das steht noch nicht im Buche des Schicksals geschrieben Durch zehn lange Jahre pilgerte ich herum lebte bald in der bald in jener großen Stadt zeitweilig in Petersburg öfter in Paris gelegentlich in Rom Neapel und Florenz Mit reichlichen Geldmitteln versehen im Besitze eines alten Namens hatte ich die Wahl meiner Gesellschaft und alle Zirkel standen mir offen Ich suchte mein Ideal unter englischen Ladies französischen Comtessen italienischen Signoras und deutschen Gräfinnen Ich konnte es nirgends finden Zuweilen doch nur auf Augenblicke kam es mir vor als sähe ich einen Blick hörte eine Stimme erblickte eine Gestalt die mir die Verwirklichung meiner Träume verkündigten doch ich fühlte mich bald enttäuscht Sie dürfen indessen ja nicht glauben daß ich ein an Körper und Geist vollkommenes Weib beanspruchte Ich verlangte nur etwas für mich Passendes das gerade Gegentheil meiner Creolin und suchte vergebens Unter all den Frauenzimmern die ich sah gab es kein einziges dem ich wäre ich noch so frei gewesen nach den bitteren Erfahrungen von den Schrecknissen einer unpassenden Verbindung hätte meine Hand reichen mögen Die Unmöglichkeit meinen Wunsch befriedigt zu sehen machte mich gallig Ich versuchte es mich durch Zerstreuungen zu heilen vermied jedoch alle Ausschweifung die ich haßte und noch jetzt hasse Sie war das Attribut meiner indischen Messalina meine eingewurzelte Abneigung gegen sie und ihre Liederlichkeit hielt mich selbst bei erlaubten Vergnügungen im Zaume Irgend ein Genuß der an Schwelgerei streifte hätte mich ihr und ihren Lastern genähert und ich mied ihn wie das Feuer Ganz allein konnte ich jedoch nicht leben ich hielt