hielt er es für gerathener mich in Ruhe zu lassen und entfernte sich mit Verwünschungen und mit der Betheuerung ich hätte ihm die Nase wundgeschlagen Ich hatte auch in der That jenen hervorragenden Theil seines Gesichtes mit einem so tüchtigen Schlage bedacht als es nur immer meine schwachen Knöchel vermochten und als ich merkte daß ihn entweder der Schlag oder mein Blick im Zaume hielten wollte ich fast meinen Vortheil weiter verfolgen aber er war schon zu seiner Mama gelaufen Ich hörte wie er eben mit schluchzender Stimme seine Anklage gegen die niederträchtige Jane begann die gleich einer bissigen Kate auf ihn zugesprungen sei die Mutter fiel ihm jedoch etwas barsch in die Rede Ich will nichts von ihr hören John Ich habe Dir gesagt Du solltest ihr nicht nahe kommen sie ist es gar nicht werth daß man sie einer Beachtung würdigt Ich will nun einmal nicht daß Du oder Deine Schwester mit ihr umgehen Ueber das Treppengebäude gelehnt rief ich bei diesen Worten plötzlich und ohne zu überlegen was ich sagte Im Gegentheil Ihre Kinder sind es nicht werth mit mir umgehen zu dürfen Mistreß Reed war eine ziemlich handfeste Frau Kaum hatte sie diese ungewohnte kühne Erklärung gehört als sie die Treppe hinauf wie ein Wirbelwind in die Kinderstube sauste mich auf den Rand meines Bettchens niederwarf und mit erhobener Stimme losdonnerte ich solle mich nicht unterstehen den Tag über diesen Platz zu verlassen oder auch nur einen Laut weiter von mir zu geben Was würde mein Onkel Reed sagen wenn er noch lebte war meine fast unwillkürliche Bemerkung denn es schien mir als spräche meine Zunge Worte zu denen mein Willensvermögen meine Zustimmung gegeben hatte jedenfalls sprach ein unbegreifliches Etwas aus mir welches ich nicht in meiner Gewalt hatte Wie Was rief Mistreß Reed ganz athemlos Ihre in der Regel kalten ruhigen grauen Augen schossen verstörte furchtsame Blicke sie ließ meinen Arm los und sah mich eine Zeit lang forschend an als wüßte sie in der That nicht ob ich ein Kind oder der Böse selbst sei Ich hatte für den Augenblick die Oberhand Mein Onkel Reed ist nun im Himmel und sieht alles was Sie thun und denken auch mein Papa und meine Mama sehen es Sie wissen es daß Sie mich Tag für Tag eingesperrt halten und mir den Tod wünschen Mistreß Reed hatte alsbald ihren Muth zusammen genommen Sie beutelte mich tüchtig durch gab mir rechts und links eine Ohrfeige und verließ das Zimmer ohne weiter ein Wort zu sprechen Bessie ergänzte diese Schweigsamkeit durch eine einstündige Strafpredigt in welcher sie klar bewies ich wäre das boshafteste und gottvergessenste Kind auf dem ganzen Erdboden Ich schenkte ihr halben Glauben denn ich fühlte nur Rachegedanken in meinem Inneren emporsteigen Die Monate November December und der halbe Januar vergingen Das Weihnachts und das Neujahrsfest war in Gatesheadhall mit der gewohnten festlichen Fröhlichkeit gefeiert worden man hatte sich wechselseitig beschenkt Mittagstafeln und Abendkränzchen abgehalten Wie natürlich war ich von jeder Unterhaltung ausgeschlossen mein Antheil an den