purpurrothen Möbeln und Vorhängen einem türkischen Fußteppich mit Nußbaumholz getäfelten Wänden einem einzigen großen Fenster von geschliffenem Glas und einer hohen kühn gespannten Wölbung Mistreß Fairfax staubte eben einige Vasen von schönem Purpurglas ab die auf einem Seitentische standen Was für ein schönes Zimmer rief ich aus indem ich mich umsah denn noch nie hatte ich ein auch nur annähernd so prachtvolles Gemach gesehen Jawohl es ist das Speisezimmer Ich habe eben das Fenster geöffnet um etwas Luft und Sonne hereinzulassen denn alles wird ordentlich schimmlich in Stuben die selten bewohnt werden Das Besuchzimmer drüben kommt mir wie ein Kellergewölbe vor Sie deutete nach einem weiten dem Fenster entsprechenden und gleichfalls mit purpurrothen jet aufgezogenen Vorhängen geschmückten Bogen Zwei breite Stufen emporsteigend und hindurchblickend glaubte ich einen Feenpalast geschaut zu haben so wunderbar schön erschien dieser Anblick meinen Neulingsaugen Und doch war es nur ein hübsches Besuchszimmer und weiterhin ein Boudoir beides mit weißen buntgeblümten Teppichen belegt die Wölbung mit schneeweißen Trauben und Weinblättern in erhabener Arbeit geziert unter denen im schneidendsten Contraste carmoisinrothe Sitze und Ottomanen erglänzten Die Zierrathen am Camingesimse waren von leuchtendem böhmischen Rubinglase und zwischen den Fenstern angebrachte Spiegel vervielfältigten die allgemeine Färbung von Schneeweiß und Feuerroth Wie sauber und ordentlich Sie dieZimmer halten Mistreß Fairfax sagte ich Kein Staub keine Spinnengewebe wäre die kalte Luft nicht man dächte die Gemächer wären immer bewohnt Je nun Miß Eyre wiewohl Mister Rochester dieses Haus nur selten heimsucht so kommt er doch immer plötzlich und unerwartet und da bemerkte ich daß es ihn sehr verdroß alles in Unordnung zu finden und bei seiner Ankunft geräuschvolle Vorbereitungen veranlassen zu müssen hielt ich es fürs Beste die Wohnung stets in Bereitschaft zu halten Ist Mister Rochester ein wunderlicher anspruchsvoller Mann Nicht besonders doch hat er den Geschmack und die Gewohnheiten eines Gentlemans und er erwartet daß man sich in allen Dingen danach richte Sind Sie ihm zugethan Ist er im Allgemeinen beliebt O gewiß Seine Familie stand hier immer in größtem Ansehen Fast aller Grund in der Nachbarschaft so weit Sie nur sehen können gehört seit undenklichen Zeiten den Rochesters Wohl wohl Doch seine Besitzungen beiseite gefällt er Ihnen Ist er um seiner selbst willen beliebt Ich habe keinen Grund ihn nicht leiden zu können und ich glaube auch seine Pächter halten ihn für einen gerechten und großmüthigen Gutsherrn wiewohl er sich nie lange unter ihnen aufhielt Hat er keine Eigenthümlichkeiten oder kurz gesagt welches ist sein Charakter O sein Charakter ist unantastbar glaube ich Etwas sonderbar ist er wohl er ist viel gereist und hat einen großen Theil der Welt gesehen Er ist wohl sehr gebildet doch ich selbst sprach nie viel mit ihm Wienach ist er sonderbar Ich weiß es nicht es läßt sich nicht gut beschreiben es ist nichts Auffallendes aber man fühlt es wenn man mit ihm spricht man weiß nie recht spricht er im Scherz oder im Ernst ob ihm etwas angenehm ist oder nicht kurz man begreift ihn nicht ganz wenigstens mir geht es