Ich will Ihnen einmal das alles auseinander setzen Gute Nacht XV Mister Rochester hielt bei einer nächsten Gelegenheit Wort Es war eines Nachmittags wo er mir und Adelen im Freien begegnete und während die Letztere mit Pilot und ihrem Federballe spielte bat er mich mit ihm in einer Birkenallee auf und ab zu gehen Dabei erzählte er mir Adela sei die Tochter einer französischen Operntänzerin Namens Celine Varens für welche er ehedem eine grande passion gehegt die von der Dame anscheinend mit noch heißerer Liebe erwidert worden war Er glaubte ihr Abgott zu sein und war bei all seiner Häßlichkeit wie er sagte fest überzeugt sie ziehe seine taille d'athlete dem eleganten Wuchse des Apollo vom Belvedere vor Und so sehr schmeichelte mir diese Leidenschaft der gallischen Sylphide für ihren britischen Gnomen daß ich ihr ein ganzes Hotel miethete eine vollständige Dienerschaft hielt eine Equipage Cachemirshawls Diamanten Spitzen u s w schenkte Kurz ich verlegte mich wie der erste Gelbschnabel darauf mich in der hergebrachten Weise zugrunde zu richten Ich hatte augenscheinlich nicht Originalität genug mir einen anderen Pfad zur Schande und zum Untergange vorzuzeichnen und trabte somit in dummer Genauigkeit auf dem altgebahnten Wege vorwärts Mein Schicksal war verdientermaßen dasjenige aller anderen Einfaltspinsel Als ich Celinen eines Abends wo sie mich nicht erwartete heimsuchte war sie ausgegangen die Nacht war warm und da ich es satt hatte in den Straßen herumzubummeln setzte ich mich in ihrem Boudoir nieder glücklich die Luft einathmen zu können die sie erst kürzlich durch ihre Anwesenheit geheiligt hatte Doch nein ich übertreibe ich muthete ihr wohl keine besonders heiligende Kraft zu eher hatte sie einen Duft von Räucherkerzchen von Moschus und Ambra zurückgelassen als einen Geruch der Heiligkeit Ich war nahe daran an den Ausdünstungen der getrockneten Blumen und der ausgesprengten Essenzen zu ersticken öffnete beizeiten die Glasthür und trat auf den Balcon hinaus Der Mond schien und die Gaslampen brannten die Nacht war ruhig und heiter Ein oder zwei Stühle standen auf dem Balcon ich setzte mich nahm eine Cigarre heraus ich will jetzt ein Gleiches thun wenn Sie erlauben Eine Pause trat ein während welcher Mister Rochester eine Cigarre hervorholte und sie anbrannte nachdem er sie in den Mund gesteckt und eine Wolke Havanneser Weihrauches in die frostige sonnenlose Atmosphäre geblasen hatte fuhr er fort Ich war in jenen Tagen auch ein Liebhaber von Zuckerwerk und so saß ich da abwechselnd Chocolade kauend und meine Cigarre rauchend und betrachtete die vielen Equipagen die jene elegante Straße entlang zum benachbarten Opernhause rollten als ich an einem prächtigen von einem Paar schöner Engländer gezogenen Wagen denjenigen erkannte den ich Celinen zum Geschenk gemacht Sie kam nach Hause natürlich pochte mein Herz voll liebender Ungeduld gegen das eiserne Gitter an dem ich lehnte Wie ich es erwartet hatte hielt der Wagen an der Einfahrt des Hotels meine Flamme der wahre Ausdruck für eine Balletliebe stieg aus wiewohl sie in einen Mantel gehüllt war eine unnöthige Vorsicht in einer warmen Juninacht erkannte ich sie doch augenblicklich