von niemanden so oft und mit einem so ungeheuchelten Vergnügen als von Ihnen.“ „Glauben Sie Miß Jane O sprechen Sie weiter es tut mir wohl Sie anzuhören.“ „Ich verstehe Sie “ entgegnete ich „Aber wozu soll ich weiter sprechen wenn Sie während Sie mich anhören mir den Zugang zu Ihrem Verstande und zu Ihrem Herzen verschließen “ „Ich liebe und verehre alle ihre Vorzüge aber es entgeht mir auch kein einziger ihrer Mängel Sie kann weder meine Pläne teilen noch mich in meinen Anstrengungen unterstützen Können Sie sich Miß Rosamunde Oliver als die Gattin eines Missionärs denken “ „Aber wer zwingt Sie denn Missionär zu werden könnten Sie nicht auf diesen Plan verzichten “ „Verzichten ich sollte meinem Berufe meinem großen und erhabenen Werke entsagen ich sollte darauf verzichten auf dieser Erde die Grundmauern zu der hehren Wohnung aufzuführen die ich in jener Welt bewohnen will ich sollte die Hoffnung entsagen zu der ruhmvollen Schar der Männer gezählt zu werden welche sich über die Bestrebungen dieser Welt erheben und sich die Aufgabe gestellt haben unter ihren Nebenmenschen das errettende Licht und die Lehren des Friedens und der Wahrheit zu verbreiten Nein ich will und darf nur diesem erhabenen Berufe leben.“ „Aber Mr Saint-John übersehen und vergessen Sie denn daß man auch sehr wohl ein würdiger Diener der Religion sein und Werke des Friedens und der Liebe verrichten kann ohne Missionär zu sein Diese Schule und die Knabenschule ist Ihr Werk Alle Bewohner des Dorfes und der Umgegend erschöpfen sich in Lobeserhebungen über den Beisstand den Sie dem Unglück und der Hilflosigkeit angedeihen lassen Konnten Sie so viel Gutes bei Ihren beschränkten Mitteln fördern was würden Sie erst leisten wenn Sie über das Vermögen Rosamundens zu verfügen hätten Ueberlassen Sie das Missionswerk andern welchen eine weniger glückliche Zukunft lächelt und genießen Sie das Glück welches Sie so sehr verdienen.“ Der junge Geistliche schwieg es trat eine ziemliche Pause ein er schien zu bedenken ob und was er mir antworten solle Plötzlich ergriff er seinen Hut und mit einem Händedruck und mir eine gute Nacht wünschend entfernte er sich von mir 14 Kapitel Die Erbschaft aus Madeira Vierzehn Tage nach der eben mitgeteilten Unterredung fand Mr Saint-John Gelegenheit Wiedervergeltung an mir zu üben Es war Abend es schneite stark und der kalte Wind erschütterte meine ärmliche Hütte Ich hatte den Fensterladen geschlossen und die Strohmatte welche mir als Teppich diente zusammengerollt an die Tür gelegt um den vom Winde gepeitschten Schnee und den Wind selbst der mich bis an meinen Kamin verfolgte am Eindringen zu hindern Ich las in einem Buche als Mr Rivers ohne vorher anzuklopfen ganz unerwartet bei mir eintrat und an der Tür den Schnee von seinen Füßen abschüttelte Ich glaubte es sei irgend ein Unglück geschehen aber er versicherte mir daß er mir keineswegs eine schlimme Nachricht bringe und bat mich um Entschuldigung daß er mich durch seinen unvermuteten Besuch in meiner häuslichen Ruhe störe „Aber was führt Sie denn zu mir “ fragte ich ihn etwas ungeduldig