bei uns und lag seinen Studien mit dem früheren Fleiße ob Eines Morgens beim Frühstück fragte ihn Diana welche seit einigen Augenblicken nachdenkend geworden war ob seine Pläne noch immer die nämlichen wären und ihr Blick bei dieser Frage schien uns beide zu umfassen „Pläne wie die meinigen verändern sich nicht und können sich nicht verändern “ antwortete ihr Bruder „Ich werde aller Wahrscheinlichkeit nach zu Anfang des nächsten Jahres abreisen.“ „Und Rosamunde Oliver “ fragte Mary mit einer Regung von Unbesonnenheit deren Indiskretion sie jedoch sogleich zu fühlen und zu bereuen schien „Rosamunde Oliver wiederholte Saint-John im ruhigsten Tone indem er uns alle drei anblickte „Rosamunde Oliver ist im Begriff Mr Granby den Enkel und Erben des Sir Frederik Granby eines der vornehmsten Grundbesitzer der Grafschaft zu heiraten Ihr Vater hat mich gestern abend von dieser bevorstehenden Verbindung in Kenntnis gesetzt.“ Während er dies sagte war sein Gesicht so kalt und unbeweglich als wäre es von Granit gewesen „Aber Rosamunde kannte diesen jungen Mann gar nicht “ rief Mary Bei so augenscheinlich vorteilhaften Verbindungen kann von langem Besinnen nicht die Rede sein “ erwiderte Saint-John „Mr Granby und Miß Oliver haben sich letzten Monat Oktober zum ersten Male auf einem Balle gesehen von dem mir Rosamunde am nächstfolgenden Tage erzählte erinnern Sie sich noch Miß Eyre “ Ich erinnerte mich jenes Gespräches vollkommen und ich konnte mich nicht genug wundern über den stoischen Gleichmut mit welchem der junge Mann von den schmerzlichsten Reminiszenzen seiner gewaltsam unterdrückten Liebe sprach Ich hätte mich gern mit ihm weiter darüber ausgesprochen und die vertrauliche Unterhaltung die wir schon einmal über diesen Punkt gepflogen hatten würde mich jedem andern gegenüber ermutigt haßen von neuem darauf zurückzukommen aber seit jener wirklich intimen Unterredung war Saint-John wieder so verschlossen und zurückhaltend geworden daß er eben so unzugänglich war als früher Und diese Zurückhaltung hatte zur Folge daß ich mich meiner Kühnheit fast schämte Ueberhaupt beobachtete er trotz seines formellen Versprechens mich in allem seinen Schwestern gleich zu stellen noch fortwährend tausend kleine Unterschiede zwischen ihnen und mir welche den Gedanken an ein volles und rückhaltloses Vertrauen nicht aufkommen ließen Ich staunte daher nicht wenig als ich ihn das erste Mal da wir uns eben nach dem mitgeteilten Gespräch beide allein befanden plötzlich den Kopf von seinen Büchern erheben sah und ihn zu mir sagen hörte „Sie sehen Jane der Kampf ist gekämpft und der Sieg ist mein.“ „Haben Sie auch die Gewißheit “ entgegnete ich ihm nach kurzem Zögern „daß Sie ihn nicht zu teuer erkauft haben Würde Ihnen ein zweiter ähnlicher Sieg nicht zum Verderben gereichen “ „Ich glaube nicht aber wozu sollte ich mich deshalb beunruhigen werde ich je wieder einen solchen Kampf zu bestehen haben “ Nach diesen Worten nahm er seine Lektüre wieder auf und bedeutete mir auf diese Art daß wir für den Augenblick nichts mehr mit einander zu sprechen hatten Ich ließ mir nicht beikommen diesem stummen Befehle entgegen zu handeln Eines Tages überraschte mich Saint-John durch die Anfrage ob