Naturwundern gegenüber empfunden haben würde die während der Reise an meinen Sinnen vorüberzogen in dieser stummen Unterhaltung verlebte ich die seligsten Stunden auf der langen Seefahrt Alle die entzückenden Bilder zu beschreiben welche sich meinem Auge auf der Reise darboten vermag ich nicht wenn ich auch vielleicht etwas von dem Blicke des Malers habe der die Schönheit der Natur in sich aufzunehmen und zu bewahren vermag so habe ich doch nicht die Gabe durch Worte die glühenden Farben zu ersetzen die seinem Pinsel zu Gebote stehen wenn er die Farbenpracht des Südens wiedergeben will in der Himmel und Meer und auch die Küsten strahlten denen wir uns oft näherten als unser Schiff Frankreich und die pyrenäische Halbinsel passierte Nach einer zehntägigen glücklichen Fahrt näherten wir uns endlich unserem Ziele An einem schönen leuchtenden Morgen tauchte am Horizont die grüne Insel vor unseren Blicken auf und stieg immer höher aus dem Meere empor bald konnten wir in der südlich klaren Luft schon die Weinberge unterscheiden dann zu deren Füßen auch die Stadt San Jiorge und endlich fuhren wir unter dem Jubel der Bevölkerung welche die gemeldete Ankunft des Schiffes an den Strand gelockt hatte und unter dem fröhlichen Jauchzen unserer Matrosen in den Hafen ein und warfen die Anker aus Das scharfe Auge von Mrs Rivers hatte unter der der Ankömmlinge harrenden Menge bald ihren Mann und meinen Onkel erkannt und als wir aus dem Boot stiegen das uns an das Land gebracht hatte umfingen mich die liebenden Arme des letzteren und hielten mich so fest umschlungen als wollten sie mich nie wieder lassen Ich hatte erwartet einen hinfälligen Greis in ihm zu finden und war freudig überrascht einen anscheinend rüstigen und geistesfrischen Herrn in ihm zu sehen auf den die Schilderung gar nicht paßte welche mir meine Reisegefährtin von ihm gemacht hatte Freilich schien diese selbst erstaunt ihn so verwandelt zu finden wie sie sagte und meinte das müsse die Freude zuwegegebracht haben endlich seine ersehnte Nichte bei sich zu sehen Es mochte in der That so sein denn bald stellten sich bei meinem guten Onkel die alten Leiden wieder ein von denen er schon vor Wochen erwartet hatte daß sie seinem Leben ein Ende machen würden Eine kurze Zeit lebten wir freilich noch dem Glücke uns gefunden zu haben ohne daß es von der Befürchtung einer baldigen Zerstörung getrübt wurde Der liebe Alte überhäufte mich mit Güte und Liebe und mit allen Herrlichkeiten dieser Erde er meinte ich müsse nun alles nachholen was ich bisher entbehrt und ich hatte nur fortwährend seiner Freigebigkeit und Opferwilligkeit zu steuern Ich fand in ihm einen so würdigen Menschen daß ihm bald mein ganzes Henz gehörte und ihm schien meine kindliche Liebe wohlzuthnn So verlebten wir einige glückliche Wochen da fiel mein armer Onkel in sein altes Siechtum zurück und kaum drei Monate waren verflossen so stand ich aufs neue verwaist an seinem Sterbelager und war allein in dem fremden Lande so fern von meiner Heimat so fern von denen die ich außer