konnte sie auch nicht leiden Wo ist John Ist er noch nicht wieder da von London Oh wenn er kommt dann will er wieder Geld haben und ich habe ihm schon so viel gegeben Du machst mich ganz arm John ich habe schon die Hälfte der Dienerschaft entlassen um Dir immer mehr Geld zu geben höre doch auf mich immer um Geld zu quälen Du mußt nicht spielen John Ich weiß Du verlierst immer armer Junge aber ich kann das Haus nicht verkaufen ich kann Dir nicht alles geben wovon sollen Deine Schwestern leben John drohe mir nicht immer mit Deinem Tode ich kann es nicht ertragen Wo bist Du John fragte sie sich plötzlich mit einer gewaltigen Anstrengung aufrichtend und wild um sich starrend Ich nahm sie in den Arm um sie zu beruhigen aber sie stieß mich mit einer Kraft von sich die ich in diesem verfallenen Körper nicht mehr vermutet hätte John John schrie sie noch einmal verzweiflungsvoll und fiel dann erschöpft in die Kissen zurück Bessie brachte ihr mit Mühe einen beruhigenden Trank bei nachdem sie wenn auch erst nach langer Zeit in einen leichten Schlummer verfiel So spricht sie oft des Abends sagte Bessie heute scheint sie mir freilich besonders aufgeregt Ihr Anblick mag so auf sie gewirkt haben wenn sie Sie auch kaum erkannt zu haben scheint Ich verließ Mrs Reed für heute und zog mich auf mein Zimmer zurück Am nächsten Morgen erfuhr ich von der Wärterin daß es mit der Kranken wieder schlechter gehe und daß sie in einen völlig apathischen Zustand verfallen sei Als ich mein Frühstück eingenommen hatte begab ich mich in das Krankenzimmer bemühte mich aber der Patientin meine Anwesenheit zu verbergen doch konnte ich mich bald überzeugen daß sie niemand also auch mich nicht erkannte und so beschloß ich den Besuch des Arztes hier abzuwarten und mit ihm zu beraten was ferner zu thun sei denn wenn meine Anwesenheit der Tante keine Erleichterung sondern nur mehr aufregende Gefühle brachte so schien es mir besser daß ich wieder abreiste Der frühere Arzt von Mrs Reed den ich schon kannte war inzwischen gestorben aber sein Nachfolger hatte zum Glück ein vertrauenerweckendes mir sehr sympathisches Gesicht ich konnte mir gleich ein Herz fassen ihm von meinem Verhältnisse zu der Leidenden so viel mitzuteilen als nötig war Er hörte mir aufmerksam zu ging als ich geendet wenige Minuten mit sich zu Rate und sagte dann Ihre Erzählung mein Fräulein zusammengehalten mit dem Umstand daß Mrs Reed schon vor Ihrer Ankunft dringend nach Ihnen verlangt hat läßt es fast unzweifelhaft erscheinen daß sie Ihnen eine Mitteilung zu machen hat durch die fie ihr Herz erleichtern möchte sei es daß sie sich mit Ihnen auszusöhnen wünscht oder sei es etwas anderes das sich nicht erraten läßt Mir würde es gut scheinen wenn Sie hier und so viel als möglich um die Tante blieben Bleiben Sie ihr fern so würde sie bei einer notwendigen Zusammenkunft ihr Anblick wahrscheinlich ebenso wie gestern aufregen während sie sich