dieses gesegneten Landes vorüber erst nach Tagen fing ich an die Eindrücke welchen ich ausgesetzt war in mich aufzunehmen und etwas Interesse an ihnen zu gewinnen Wir kamen in Marseille an da traf mich ein neuer Schlag Ich fand dort einen Brief vom Haushofmeister meines Vaters vor der mich an das Sterbebett desselben rief Das Schreiben war des Inhalts wahrscheinlich habe ihn der Schlag infolge einer unerwarteten erschütternden Nachricht getroffen denn man habe ihn am Boden seines Zimmers liegend gefunden einen Brief in der Hand Ich wußte daß es mein Brief war Das Bewußtsein habe ihn noch nicht verlassen meldete das Schreiben ferner er habe energisch gefordert daß man den Brief vor seinen Augen verbrenne den er krampfhaft mit den Fingern umschlossen hielt habe dann nach Gerichtspersonen verlangt und sein Testament gemacht jetzt seien aber seine Kräfte in schneller Abnahme begriffen die Arzte gäben gar keine Hoffnung und ich möge eilen wenn ich ihn noch am Leben finden wolle denn gerade nach mir verlange er ohne Unterlaß Da erwachte in meinem Herzen wieder die unterdrückte Kindesliebe mit aller Macht und von Sehnsucht getrieben von Gewissensbissen gefoltert trat ich unverzüglich den Weg nach meinem Heimatlande an Tag und Nacht unausgesetzt reisend um schneller an das Ziel zu kommen Aber England ist weit von Marseille und ich kam zu spät Er hielt schmerzlich bewegt inne und ging lange in Ge Ich fühlte daß er wünschen mußte seine traurigen Bekenntnisse auf einmal abzulegen und so hielt ich es für das Beste ihn daran zu erinnern daß seine Erzählung noch nicht beendet sei und erweckte ihn aus seinem Sinnen mit der Frage Und Ihr Bruder folgte seinem Vater bald in das Grab nach Mein Bruder Nein er lebte noch fast neun Jahre Freilich für die Welt war er gestorben Mein Vater hatte ihn in seinem Testamente von der Erbfolge gänzlich ausgeschlossen und ihm nur unter der Bedingung ein Kapital das ihm standesgemäß zu leben ermöglichte vermacht daß er England miede er und seine Nachkommen und daß er einen anderen Namen annähme denn seine Frau wolle er nie als ein Glied seiner Familie anerkannt wissen Können Sie mir nachfühlen Jane mit welchen Empfindungen ich die Herrschaft über den großen Besitz antrat den mir mein Vater hinterließ Ich wußte ja ich verdankte ihn nicht seiner Liebe sondern dem Haß gegen meinen Bruder in den die Neigung für seinen Lieblingssohn sich durch dessen Handlungsweise verwandelt hatte durch meine Schuld ward dieser aus seinen Rechten verdrängt Mein Gewissen verdammte mich vielleicht strenger als Sie es jetzt thun werden Miß Eyre Ich verdamme Sie nicht Herr wenn ich Sie auch tadeln muß ich beklage Sie vielmehr Er warf mir einen dankbaren Blick zu Aber konnten Sie nicht Ihren Bruder wieder in seine Rechte einsetzen fuhr ich fort Wie oft habe ich ihn dazu zu bewegen gesucht aber er war zu stolz aus meinen Händen sein Erbe wieder anzunehmen alle meine Briefe in denen ich ihn reuig darum beschwor blieben ohne Erfolg Da hatte ich gehört daß er oft heimlich