nie etwas Lieblicheres gesehen zu haben es waren Masons Mutter und Schwester Ich kam von da ab oft und immer öfter in das Haus Sie werden leicht erraten daß es immer weniger meines kranken Freundes immer mehr Aimees wegen war Um es kurz zu sagen sie nahm mein ganzes Herz gefangen ich bot es ihr und meine Hand dazu und wechselte mit ihr den Schwur der Treue Und wie hat sie ihn gehalten Ich glaubte an ihre Liebe und die meine überschüttete sie mit Beweisen meiner Zärtlichkeit Nichts war mir zu schön sie damit zu schmücken kein Opfer zu groß ihr eine Freude zu machen Mich beglückte das Entzücken welches ihr meine Aufmerksamkeiten bereiteten in meinem Vertrauen auf ihre Neigung zu mir kam mir nie der Gedanke daß diese vielleicht mehr einem Gefühle der Dankbarkeit als wahrer inniger Liebe entsprang und daß sie die Erwartung einer glänzenden Zukunft möglicherweise über ihre Empfindungen täuschte daß dem so war sollte ich bald genug erfahren Meines Vaters und Bruders hatte ich im Rausche meines Glückes ganz vergessen ich war ja davon entwöhnt mit ihnen meine Gedanken und Gefühle auszutauschen es war muir das schon lange kein Bedürfnis mehr und jetzt um so weniger wo ich ein Herz mein nannte bei dem ich volles Verständnis für alles voraussetzte was mich bewegte Da kam eines Tages ein Brief aus der Heimat in dem mein Vater seinen ganzen Zorn auf mich ausschüttete weil ich noch immer kein Lebenszeichen von mir gegeben Ich antwortete durch die kurze Benachrichtigung daß ich mich mit Aimee verlobt habe Diese trug einen bürgerlichen Namen und gehörte einer Kaufmannsfamilie an Ich kannte meines Vaters Abneigung gegen diesen Stand er war stolz darauf daß in seine Familie aus diesem Stande nie ein Glied aufgenommen war und in der Furcht daß er meiner Wahl seine Zustimmung versagen könnte und würde bemühte ich mich erst gar nicht sie ihm abzugewinnen Wie sich die Zukunft für Aimee und mich gestalten würde daran dachte ich wenig ich lebte der glücklichen Gegenwart bis das Verhängnis über mich hereinbrach Es kam in Gestalt meines Bruders den der Vater infolge meines Briefes abgesendet hatte um mich wie er sagte den Schlingen zu entreißen in die ich geraten war Er verlangte im Namen meines Vaters ich solle auf der Stelle mein Verlöbnis lösen wenn mir daran gelegen sei noch ferner sein Sohn zu heißen und solle Paris verlassen um nie wieder dorthin zurückzukehren Als er mich nicht dazu bewegen konnte ihm mein Versprechen zu geben daß ich den Befehlen des Vaters folgen wolle fielen harte Worte zwischen uns mein Bruder sagte er könne es nicht begreifen wie ich lieber ein schlechter Sohn sein wolle als ein Mädchen aufgeben Alt-England habe doch so viele liebenswerte Mädchen mit denen sich die leichtsinnigen Französinnen gar nicht messen könnten Ich möchte wohl wissen ob Du eben so urteilen würdest wenn Du Aimee gesehen hättest gab ich ihm zur Antwort Nun das kannst Du leicht erfahren meinte er laß uns zu ihr gehen Ich weiß nicht