Licht in der Hand Ich bedarf Ihrer sagte er kommen Sie mit aber gehen Sie leise Meine Schuhe waren leicht und ich konnte auf den Teppichen so leise wie eine Katze gehen Mr Rochester ging den Flur entlang stieg die Treppe nach dem oberen Stockwerk empor und blieb in dem langen niederen Gange stehen ich war ihm gefolgt und stand dicht neben ihm Haben Sie einen Schwamm und Riechsalz in ihrem Zimmer Ja Dann holen Sie beides schnell Ich eilte zurück und als ich wiederkam stand er mich erwartend noch an derselben Stelle Er hatte einen Schlüssel in der Hand und sich einer der schmalen schwarzen Thüren nähernd steckte er ihn in das Schlüsselloch Bevor er aufschloß wandte er sich wieder zu mir Sie können doch Blut sehen ohne ohnmächtig zu werden fragte er Ich habe es noch nicht versucht aber ich denke ich werde es können war meine Antwort Geben Sie mir Ihre Hand wenn ich fürchten muß daß Sie ohnmächtig werden kann ich es nicht wagen Nein Ihre Hand ist warm und Ihr Puls ruhig bemerkte er und öffnete die Thür Ich kannte das Zimmer wieder in das wir jetzt eintraten ich hatte einen Blick hineingeworfen als mir Mrs Fairfax damals das ganze Haus zeigte hatte aber nicht bemerkt daß eine Tapetenthür von dort aus in andere Räume führte jetzt fiel ein Lichtschimmer durch ihre Spalten Mr Rochester setzte das Licht auf den Tisch hieß mich einen Augenblick warten und verschwand im Nebenzimmer Er wurde mit jenem entsetzlichen Gelächter begrüßt das ich nun schon zu wiederholten Malen gehört hatte Grace Poole war also dort drinnen ich schauderte Er schien irgend eine Anordnung z treffen eine leise Stimme antwortete ihm dann kehrte er zu mir zurück und schloß die Thür Hier Jane sagte er an ein Bett tretend dessen Vorhänge mir bisher verbargen daß in dem großen Raume den sie einschlossen noch ein Lehnstuhl stand in welchem jemand saß Mr Rochester erhob das Licht und ich blickte in die totenbleichen Züge Mr Masons Ich hätte geglaubt eine Leiche vor mir zu sehen wäre nicht von seinem rechten Arm unaufhörlich das Blut auf das Kissen niedergeträufelt das man ihm zu seiner Unterstützung untergeschoben hatte Man hatte dem Verwundeten den Rock ausgezogen und den Arm notdürftig verbunden Halten Sie das Licht sagte Mr Rochester nahm den Waschnapf vom Toilettentisch gab ihn mir ebenfalls zu halten und befeuchtete die Schläfe des Leidenden hierauf hielt er ihm das Riechsalz unter die Nase Mr Mason that einen langen Atemzug und schlug die Augen auf Sein Freund öffnete das Hemd das Blut tropfte unablässig von der verwundeten Schulter nieder Ist es gefährlich fragte der Verletzte mit schwacher Stimme Nicht im Geringsten Ermanne Dich es ist nicht viel mehr als eine Schramme Ich werde jetzt einen Wundarzt holen und wenn der Morgen hereinbricht wirst Du gewiß abreisen können Jane fuhr er fort ich muß Sie jetzt für ein bis zwei Stunden mit diesem Herrn hier allein lassen Sie werden ihm das Blut so wie ich jetzt