guten Rufe der Familie fernzuhalten und den flüchtigen John nicht durch Steckbriefe verfolgen zu lassen Jane wagte freilich ihre Bitte nicht direkt an Rochester zu richten aber aus der Darstellung dieser für Mistreß Reed so drückenden Angelegenheit bemerkte ihr Verlobter daß sie Hilfe gebracht wünsche und so gab er ihr denn aus freiem Antriebe das Versprechen mit Kapitän Whitfield Rücksprache zu nehmen und alle etwaigen Ungelegenheiten und pekuniäre Verlegenheiten auf die schonendste Weise ausgleichen zu wollen sodaß Mistreß Reed mit dem tröstlichen Bewußtsein Thornfield verlassen konnte die Ehre ihres Namens in den Augen der Öffentlichkeit gewahrt zu sehen freilich aber auch mit der getäuschten Hoffnung ihre Georgine als Herrin von Rochesters Besitztum leben und hierdurch ihren früheren Reichtum wiederkehren zu sehen Beide lebten fortan einfach und zurückgezogen von dem Treiben der Welt Obwohl Rochester einen geheimen Widerwillen gegen Thornfield hatte so entschloß er sich doch auf Janens Bitten dasselbe auch nach seiner Vermählung mit ihr zu seinem Aufenthalte zu wählen damit die alte brave Mistreß Harleigh nicht ganz auf den Umgang mit Dienstboten und fremden Leuten angewiesen war Dieser Entschluß wurde ihm noch durch ein besonderes Ereignis erleichtert Gratia Pooles Pflegebefohlene die unglückliche wahnsinnige Lady Rochester die mehrere Jahre hindurch die Bewohner Thornfields durch ihr dämonisches Lachen geschreckt hatte war seit dem letzten Angriffe auf Rochesters Leben auffällig still geworden ihr Lachen erklang zwar zuweilen noch aber so schwach daß man es außerhalb des Turmes kaum vernehmen konnte Gratia hatte mehrfach gegen Rochester wenn sie ihn zufällig im Hause traf geäußert die Lady erschiene ihr recht schwach obwohl sie stark esse und trinke aber der Lord war mit seinen Gästen und Geschäften so in Anspruch genommen daß er wenig auf Gratias Außerungen geachtet hatte und wenige Tage nach Abreise der Gäste eines Morgens ganz erstaunt vernahm die arme Wahnsinnige sei in vergangener Nacht von ihren Leiden erlöst und zu einem besseren Leben entschlafen Ein Alp der auf Rochesters Brust bisher schwer gelastet und auch in Janens Herzen manche Besorgnisse wegen der ihren Verlobten stets drohenden Gefahr wachgerufen hatte war glücklich entfernt und frei und erleichtert atmeten sämtliche Bewohner Thornfields auf als die irdischen Überreste jenes beklagenswerten Weibes dem Schoße der Erde übergeben werden konnten Nun erst so bekannte Rochester seiner Braut könne er ruhig und glück lich mit ihr in Thornfield leben Das herrliche Pfingstfest war herangebrochen Am zweiten Feiertage sollte Rochesters und Janens Vermählung erfolgen einfach und schlicht hatte Jane es gewünscht und Rochester willfahrte ihr insoweit als nur Lord Francis der sich als Brautführer erboten hatte sowie Lord Ingram mit seiner Familie einige von des Lords älteren Pächtern und der Friedensrichter der Grafschaft als Gäste und Zeugen geladen waren In der Kirche zu Hay Lome wurde die Trauung vollzogen doch ehe sie den Weg dorthin antraten trug Jane ihrem Verlobten noch die Bitte vor Rowland sprach sie willst Du mich heute ganz glücklich machen so triff Anstalten daß ich keine Waise mehr in meiner Nähe sehe daß unsere Nichte Adele nicht unsere Nichte bleibe sondern von Dir adoptiert