können Rochester streckte ihr beide Hände entgegen und zog die nur schwach Widerstrebende an seine Brust Jane Eyre sprach er feierlich und ernst so erkläre ich Dich hiermit zu meiner Verlobten und werde die erste passende Gelegenheit benutzen Dich offen als meine Braut vorzustellen Vor der Welt bestehe einstweilen unser gegenwärtiges Verhältnis als Herr und Erzieherin noch fort vielleicht nur für wenige Tage hier aber nimm als Pfand meines Gelöbnisses diesen Reif meiner Mutter Ich nehme den Ring in Empfang und gelobe Dir Roland Rochester als meinem Verlobten eine treue und sorgsame Hausfrau zn sein und zu Dir zu stehen in Leid und Freud in Glück und Not So meine Jane und nun wirst Du auch an der heutigen Abendtafel und Gesellschaft teilnehmen können Wagt der Elende Dich zu beleidigen so werde ich zum Schutze an Deiner Seite erscheinen Wenn Du es wünschest antwortete Jane so soll es geschehen obwohl ich mit diesem Menschen viel lieber in meinem Leben nicht wieder zusammengetroffen wäre Da indessen mein strenger Herr und Gebieter noch Arrangements für den bevorstehenden Abend zn treffen haben wird so will ich nicht länger stören und mich wieder zu Adele begeben die meiner bedarf Mit einem herzlichen Händedruck verabschiedeten sich die glücklichen Verlobten um sich erst am Abend in dem festlich erleuchteten Saale bei einem großen Gastmahle wiederzutreffen Rochester hatte um seinen Gästen ein wirklich größeres Fest einmal zu geben an einige seiner Pächter noch wie an mehrere Nachbarn Aufforderungen ergehen lassen für den Abend bei ihm mit ihren Frauen zu erscheinen sodaß am Abend eine wirklich ansehnliche Gesellschaft versammelt war Dabei erfüllte er selbst die Pflichten des Wirtes in der liebenswürdigsten Weise ohne von irgend jemandem unterstützt zu werden Man setzte sich zur Tafel und wie immer führte Lord Rochester Georgine zu Tische während deren Mutter auf seiner andern Seite Platz nahm John Reed erhielt seinen Platz neben seiner Mutter Kapitän Whitfield neben Georgine Janens Tischnachbar war obwohl sie sich gern von ihm losgemacht hätte Lord Francis ohne ihn zu verletzen konnte sie seine Gesellschaft nicht ausschlagen zumal er sich außerordentlich zuvorkommend benahm und doch jeden Schein von Zudringlichkeit zu vermeiden wußte Die Stimmung in der Tafelrunde war eine außerordentlich fröhliche Rochester war ungemein heiter und John Need entwickelte eine Unterhaltungsgabe welche alle Welt Jane nicht ausgenommen in Erstaunen setzte ja sie bereute schon ihren Verdacht auf John gegen Rochester ausgesprochen zu haben denn sie schien für jenen gar nicht zu existieren er beachtete sie weder mit einem Worte noch mit einem Blicke Als er aber einige Gläser Wein getrunken hatte bemerkte sie ungern daß seine Augen oft nach ihrem Platze flogen und er sich in Gedanken mit ihr beschäftigte Sie vermied es seinen Blicken zu begegnen um seine Aufmerksamkeit nicht noch mehr zu erwecken und seinen Haß gegen sie zu schüren John war indessen eine so rachsüchtige Natur daß er um seinen ungestillten Groll gegen Jane abzukühlen alle Rücksichten der Höflichkeit und des Gastrechtes bei Seite setzte und dieselbe nachdem ihm der Wein etwas zu Kopfe gestiegen