nicht Nein Herr aber ich bitte Sie lassen Sie mir eine kurze Bedenkzeit daß ich Ihnen meinen festen unwiderruflichen Entschluß mitteilen und auch Sie selbst noch einer kleinen Prüfung unterwerfen kann So sei es Jane und nun lebe wohl damit ich wiederum mich meinen Geschäften hingeben kann Lord Rochester reichte ihr die Hand und entfernte sich um Kapitän Whitfield zu begrüßen der ihm sein unerwartetes Eintreffen auf Thornfield hatte melden lassen Jane blieb allein zurück und zwar in einem Zustande der höchsten Glückseligkeit Der reiche hochherzige und edle Lord der Besitzer einer der größten Herrschaften Alt-Englands hatte ihr der armen von ihren Verwandten verfolgten und gehaßten Waise dem unscheinbaren ja häßlichen Mädchen das von Georginens Schönheit völlig in den Schatten gestellt wurde Herz und Hand und somit eine ehrenvolle sichere und beneidenswerte Existenz geboten deren Annahme nur von ihrem Ja abhing Sollte sie nnr noch einen Augenblick unschlüssig sein was sie zu thun habe Nein gewiß nicht sobald Sie die Gew ißheit hätte daß dem Entschlusse des Lords nicht eine spätere Reue nachfolgen würde Das ihrer Tante gegebene Wort konnte sie nicht hindern denn sie hatte ja nur in der Voraussetzung daß der Lord Georgine heiraten werde versprochen zu gehn Fiel diese Vermählung weg so war ihr Weggang ohne Einfluß und Folgen Aber des Lords einstige Rene über seinen jetzigen raschen Schritt lag ihr 288 doch etwas schwer auf dem Herzen Wer konnte ihr in diesem Falle ratend und helfend zur Seite stehen Nur eine Person war das und diese wollte sie aufsuchen sie mußte den besten Rat geben können Mistreß Harleigh Jane war eben im Begriffe die würdige alte Dame aufzusuchen als dieselbe mit eiliger Geschäftigkeit in die Stube trat und ausrief Ich suchte Sie Miß Eyre um Ihnen zu sagen daß aber mein Himmel wie sehen Sie aus wie haben Sie sich verändert In welcher Weise denn Mistreß Harleigh Nun in der erfreulichsten für mich Erst trugen Sie eine wahre Leichenbittermiene und jetzt leuchten Ihre Augen wie zwei helle Freudenkerzen Was ist denn in dieser kurzen Zeit mit Ihnen in aller Welt vorgegangen Es hat sich etwas großes etwas unvorhergesehenes für mich ereignet und Sie Mistreß Harleigh sollen Ausschlag gebend dabei sein Ihr erfahrener Rat soll mir die Richtschnur für mein Handeln in diesem Falle der für meine Zukunft entscheidend sein wird angeben Sie machen mich gespannt Miß Eyre Was ist denn Ungeheures geschehen Lord Rochester hat mir seine Hand angetragen er will mich zu seiner Gattin erheben Mich trifft der Schlag Kindchen aber nicht vor Schreck sondern vor reiner heller Freude das hat Sr Herrlichkeit brav und gescheit gemacht Und Sie haben doch gleich la dazu gesagt Nein Mistreß Harleigh noch nicht Ich habe mir kurze Bedenkzeit erbeten Sie sollen mir raten ob ich imstande sein werde Lord Roch ester so glücklich zu machen wie er es verdient ob ich ihm so zur Seite zu stehen vermag daß er sich für die Folgezeit nicht enttäuscht sehen wird kurz ob ich alle die Ansprüche erfüllen kann die er