Frage der Neugierde oder des Wissensmögens über meine Lippen gebracht Ihr Wort mich um die Anwesenheit der Fremden nie zu kümmern und sie keinem Menschen zu verraten mich auch niemals nach ihrer Vergangenheit erkundigen zu wollen war mir teuer und heilig ich hätte meine eigenen Interessen nicht besser vertreten können War es nicht so Lord Rochester Base Judith Sie thaten stets Ihre Pflicht bestätigte der Lord Ich habe niemals gemurrt über den Mangel an Vertrauen welches ich als eine Verwandte des Hauses Rochester wohl hätte beanspruchen können Wie oft wurde ich in der Nacht gestört durch jenes gellende wahnwitzige Lachen das jedermann Schauder erweckt und was hatte ich zu jeder Tagesstunde Not und Sorge die neugierige Dienerschaft in respektvoller Entfernung zu halten niemals habe ich den Mund zu einer Klage geöffnet immer zum Frieden geredet und die Lästerzungen zu widerlegen gestrebt Jetzt aber thuen Sie plötzlich als berge Thornfield gar kein Geheimniß als wollten Sie die Fremde wieder in Gesellschaft einführen und bringen eine Schar von Gästen in das Schloß Es ging nicht anders Base entgegnete der Lord ich mußte der Umgegend dieses Schlosses wieder einmal zeigen daß ich hier leben und Besuch empfangen kann wollte ich nicht selbst dem Gerüchte Nahrung geben das leise aber ununterbrochen durch die Grafschaft schleicht und sich nicht mehr beruhigen lassen will ich hielte meine Frau gefangen Bald wird man es sich auf allen Wegen und Stegen erzählen bald werden es die Vögel auf den Dächern zu pfeifen wissen wer im Turme steckt In der vergangenen Nacht hörte Gratia Geräusch vor der Thüre des Turmes sie öffnete natürlich die Thüre und findet einen baumlangen Menschen einen Diener Lord Clawdons daselbst der wohl schon die ganze Nacht da gelegen hatte um zu spionieren Der Diener nahm vor Gratia Reißaus an diesem Morgen aber als Gratia ihr Frühstück aus der Küche holte vernahm sie aus dem Munde der fremden Dienerschaft Vermutungen die ich vor Ihnen nicht wiederholen möchte Das mußte ich Ihnen mitteilen Lord Rochester damit es einstens nicht heißen kann ich hätte Ihr Geheimnis ausgeplaudert während Sie die Schuld daran ganz allein selbst tragen Das werde ich Ihnen nie zum Vorwurf machen können denn wie wollen Sie Base Judith mein Geheimnis verraten das Sie ja gar nicht kennen Beruhigen Sie sich ich weiß ja daß Sie treu sind wie reines Gold daß mein Haus gut verwaltet wird und Sie wissen auch daß ich nicht undankbar zu sein pflege O ja das sind Sie Lord Rochester Sie sind reich und denken mit Gold sei Alles wieder ausgeglichen aber das trifft nicht bei allen Menschen zu und bei mir auch nicht Ich sehnte mich schon lange in meinem Alter nach einem Herzen das mit mir empfindet mit mir übereinstimmt und meine einsamen Tage erheitert Ich hatte ein solches Herz gefunden als Jane Eyre in diese öden freudlosen Hallen eingezogen war ich lebte ordentlich wieder auf Nun aber legen Sie es ordentlich gewaltsam darauf an daß ich wieder allein und verlassen leben soll Was soll ich unter diesen