gefunden um das arme Kind zu erziehen nun aber da Sie wissen daß es der illegitime Sprößling einer französischen Operntänzerin ist werden Sie vielleicht anders denken von Ihrer Stellung und Ihrer Schutzbefohlenen Sie werden an einem schönen Tage zu mir kommen und mir sagen daß Sie eine andere Stellung gefunden hätten daß Sie mich bäten mich um eine andere Erzieherin zu bemühen u s w nicht wahr Nein Adele ist nicht verantwortlich für die Vergehen ihrer Mutter und auch nicht für die Ihrigen ich habe Zuneigung zu ihr gefaßt und nun da ich weiß daß sie gewissermaßen elternlos ist verlassen von ihrer Mutter und verleugnet von Ihnen werde ich mich fester als je an sie anschließen Wie könnte ich auch das verzogene Lieblingskind einer reichen Familie das seine Erzieherin als etwas Lästiges haßt einer einsamen kleinen Waise vorziehen die in ihr eine Freundin erblickt O aus diesem Gesichtspunkte also sehen Sie die Sache an Gut Ich muß jetzt hinein und Sie auch es wird dunkel Aber ich blieb mit Adele und Pilot noch einige Minuten draußen ließ mich mit ihr in einen Wettlauf ein und spielte Federball mit ihr Als wir hineinkamen und ich ihr Hut und Mantel abgenommen hatte durfte sie sich auf meinen Schoß setzen und ich erlaubte ihr da eine Stunde lang nach Herzenslust zu plaudern ich tadelte sie nicht einmal wegen einiger kleinen Freiheiten und Trivialitäten in die sie gern verfiel wenn man viel Notiz von ihr nahm und die eine entschiedene wahrscheinlich von ihrer Mutter geerbte Oberflächlichkeit des Charakters verrieten Dennoch hatte sie auch ihre guten Eigenschaften und ich war geneigt alles Gute an ihr so hochzuschätzen wie mir immer möglich Eine Aehnlichkeit mit Herrn Rochester fand ich in ihrem Gesichte nicht kein Zug nichts im Ausdrucke wies auf eine Verwandtschaft hin Das war schade denn hätte man in ihr auch nur eine leichte Aehnlichkeit mit ihm finden können so würde er sie mehr beachtet und geliebt haben ich dachte nicht eher wieder mit Ruhe und Ernst an die mir von Herrn Rochester erzählte Geschichte als bis ich mich zur Nachtruhe auf mein Zimmer zurückgezogen hatte Es lag wie er selbst gesagt hatte wahrscheinlich gar nichts Außerordentliches in der Erzählung an und für sich die Leidenschaft eines solchen Engländers für eine französische Tänzerin und ihr Verrat an ihm waren ohne Zweifel Dinge die in der feinen Welt häufig genug vorkommen aber es lag etwas entschieden Seltsames in dem Paroxysmus der Aufregung der ihn plötzlich ergriffen hatte als er auf dem Punkte stand seiner jetzigen zufriedenen Stimmung und seiner neu erwachenden Freude an dem alten Schlosse und dessen Umgebungen einen Ausdruck zu leihen Ich dachte mit Verwunderung über diesen Vorfall nach schlug ihn mir aber bald aus dem Sinne da ich ihn für jetzt unerklärlich fand und fing an das Benehmen meines Herrn gegen mich einer sorgfältigeren Betrachtung zu unterwerfen Das Vertrauen das er in mich zu setzen beliebte schien ein meiner Verschwiegenheit dargebrachter Tribut als einen solchen nahm ich es auf Sein Benehmen gegen mich