der Jagd halber gekauft Er wollte das Haus vermieten konnte aber keinen Mieter finden weg en der unvorteilhaften und ungesunden Lage des Grundstücks Ferndean blieb daher unbewohnt und unmöbliert mit Ausnahme zweier oder dreier Zimmer die für den Gutsherrn hergerichtet wurden wenn er zur Jagdzeit hinkam Zu diesem Hause kam ich gerade vor Einbruch der Nacht an einem Abende der durch einen trüben Himmel einen kalten Wind und einen unaufhörlichen feinen aber durchdringenden Regen besonders unfreundlich war Die letzte Strecke machte ich zu Fuß nachdem ich die Kutsche und den Kutscher mit dem versprochenen doppelten Lohne weggeschickt hatte Selbst ganz in der Nähe des Herrenhauses konnte man noch nichts davon sehen so dicht und finster war der Wald in dem es stand Ein eisernes Tor zwischen Granitsäulen zeigte mir den Eingang und als ich hindurchging umgab mich mit einem Male die Dunkelheit eines dichten Waldes Ich fand einen mit Gras verwachsenen vom Walde herabführenden Fußweg und ging darauf fort in der Erwartung bald das Gebäude zu erreichen aber er wand sich immer weiter hin und keine Spur von einer Wohnung oder von Gartenanlagen war zu sehen Ich glaubte ich hätte nicht den rechten Weg eingeschlagen und mich verirrt Immer finsterer wurde es um mich her teils weil der Abend immer mehr vorrückte teils weil das Dunkel des Waldes immer düsterer wurde Ich sah mich nach einem andern Weg um aber es war keiner zu sehen überall nichts als Bäume die mit ihren Aesten und ihrem dichten Laub sich einander verwoben nirgends eine Oeffnung oder ein Ausgang Ich ging auf dem Wege fort endlich wurde er etwas offner die Bäume standen ein wenig dünner nach einer Weile sah ich ein Geländer und dann ein Haus das ich bei dem Dämmerlicht kaum von den Bäumen zu unterscheiden vermochte so grün und mit Moos überwachsen waren die baufälligen Wände Ich trat durch ein Portal ein und befand mich inmitten eines eingeschlossenen Grundes um den der Wald sich halbkreisförmig herumzog Es waren keine Blumen keine Gartenbeete da sondern bloß ein breiter Kiesweg der um einen mit großen Waldbäumen bestandenen Grasplatz herlief Das Haus zeigte in seiner Fassade zwei spitze Giebel die Fenster waren vergittert und schmal die Vordertür war gleichfalls schmal und es führte eine Stufe hinauf Das Ganze sah wie der Wirt mir gesagt hatte ganz unwirtlich aus Es war so still wie eine Kirche an einem Werktage man hörte nur den auf das Laub der Waldbäume herabrieselnden Regen Kann hier ein lebendiges Wesen sein fragte ich mich Ja es war Leben irgend einer Art hier denn ich hörte etwas die enge Vordertür schloß sich auf und eine Gestalt war im Begriffe aus dem Hause herauszutreten Die Tür ging nur langsam auf ein Mann ohne Hut kam in die Dämmerung heraus und blieb auf der Treppe stehen er streckte die Hand aus wahrscheinlich um zu untersuchen ob es regne Es war Eduard Fairfax Rochester Seine Gestalt hatte noch denselben kräftigen Umriß wie früher seine Haltung war nochimmer gerade sein Haar immer noch rabenschwarz