lassen in dem Ehrgeize in die Reiche der Unwissenheit das Wissen zu tragen Frieden für Krieg zu geben Freiheit für Sklaverei Religion für Aberglauben die Hoffnung auf den Himmel für die Furcht der Hölle Das soll ich aufgeben Es ist mir teurer als das Blut das in meinen Adern rinnt Nach diesem schaue ich nach diesem trachte ich und dafür lebe ich Nach einer ziemlich langen Pause sagte ich Und Fräulein Oliver Ist es Ihnen gleichgiltig wenn sie wegen ihrer getäuschten Hoffnungen Kummer empfindet Fräulein Oliver ist stets umgeben von Bewerbern und Schmeichlern in noch nicht einem Monat wird mein Bild aus ihrem Herzen getilgt sein Sie wird mich vergessen und wahr scheinlich irgend einen Mann heiraten der sie weit glücklicher machen wird als ich es könnte Sie sprechen ziemlich kalt aber Sie leiden bei dem Kampfe Sie zehren sich auf Nein Wenn ich jetzt abmagre so geschieht es weil meine Aussichten immer noch unbestimmt sind meine Abreise sich beständig verzögert das macht mir Kummer Erst diesen Morgen habe ich die Nachricht erhalten daß der Nachfolger dessen Ankunft ich schon seit so langer Zeit erwarte noch nicht vor einem Vierteljahr kommen kann um meine Stelle definitiv zu übernehmen und vielleicht dehnen sich diese drei Monate noch bis zu sechs aus Sie zittern und werden rot so oft Fräulein Oliver in das Schulzimmer tritt Abermals fuhr ein Ausdruck der Ueberraschung über sein Gesicht hin Er hatte nicht gedacht daß eine Frau es wagen würde so mit einem Manne zu sprechen Ich aber konnte nie mit starken besonnenen und gebildeten Menschen mochten sie dem männlichen oder weiblichen Geschlechte angehören dauernd verkehren bis ich durch die Außenwerke der kon ventionellen Zurückhaltung gedrungen war die Schwelle des Vertrauens überschritten und im Heiligtum ihres Herzens einen Platz gewonnen hatte Sie sind originell sagte er und nicht furchtsam Es ist etwas Tapferes in Ihrem Geiste und etwas Durchdringendes in Ihrem Auge aber erlauben Sie mir Ihnen zu sagen daß Sie meine Gemütsbewegungen zum Teil mißdeuten Sie halten sie für tiefer und mächtiger als sie in Wahrheit sind Wenn mein Gesicht sich färbt und wenn ich vor Fräulein Oliver zittere so bemitleide ich mich nicht Ich verachte die Schwäche Ich weiß sie ist unedel ein bloßes Fieber des Fleisches kein Seelenkrampf Meine Seele ist so fest wie ein Felsen der in der Tiefe einer unruhigen See unerschütterlich dasteht Erkennen Sie in mir was ich wirklich bin einen kalten harten Mann Ich lächelte ungläubig Sie haben mein Vertrauen im Sturm genommen fuhr er fort und nun steht es Ihnen ganz zu Diensten Ich bin ganz einfach in meinem natürlichen Zustand entblößt von jenem blutigen Gewande womit das Christentum menschliche Häßlich keit bedeckt ein kalter harter ehrgeiziger Mann Nur die natürliche Neigung hat von allen Gefühlen eine dauernde Gewalt über mich Die Vernunft und nicht das Gefühl ist mein Führer mein Ehrgeiz ist unbegrenzt mein Wunsch höher zu steigen mehr als andere zu tun unersättlich Ich ehre die Geduld die Ausdauer den Fleiß das Talent weil dies die Mittel