gut als es Worte auszudrücken vermögen einen richtigen Begriff von der äußeren Erscheinung Fräulein Maria Temples haben Die Vorsteherin von Lowood denn das war die fragliche Dame setzte sich vor den auf einem Tische aufgestellten Globus hin ließ die erste Klasse herbeikommen und fing an eine Lektion in der Geographie zu geben Die untern Klassen versammelten sich um ihre Lehrerinnen die eine Stunde lang Unterricht in der Geschichte Grammatik u.s.f gaben sodann folgte Schreib und Rechenunterricht und einige von den älteren Mädchen musizierten unter Fräulein Temples Leitung bis es zwölf Uhr schlug Nun stand die Vorsteherin auf ich habe ein Wort an die Schülerinnen zu richten sagte sie Schon ließ sich der mit dem Schluß der Lektionen entstehende Tumult vernehmen sobald aber ihre Stimme gehört wurde legte er sich Sie fuhr also fort Ihr hattet diesen Morgen ein Frühstück das Ihr nicht essen konntet Ihr müßt hungrig sein ich habe Befehl gegeben einer jeden ein Stück Brot mit Käse zu verabreichen Die Lehrerinnen sahen sie mit einer Art Erstaunen an Es geschieht auf meine Verantwortung hin setzte sie erklärend hinzu und alsbald verließ sie den Saal Das Brot und der Käse wurden Augenblicklich hereingebracht und ausgeteilt zum großen Entzücken der ganzen Schule Nun hieß es in den Garten Jede setzte einen groben Strohhut mit Bändern von farbigem Kattun auf und warf einen grauen Friesmantel um Ich tat desgleichen und ging dem Strome folgend in die freie Luft hinaus In dem Garten dessen hohe Mauern jede Aussicht versperrten lief eine Veranda an einer Seite hin und breite Wege begrenzten einen mittlern Raum der in viele kleine Beete abgeteilt war Diese Beete waren den Schülerinnen als Gärten angewiesen und jedes Beet hatte eine Eigentümerin Ohne Zweifel mußten sie hübsch aussehen wenn sie voller Blumen standen aber jetzt wo das Ende des Januar herrannahte herrschte hier nur winterliche Dedigkeit und schwarze Verwesung Es schauderte mich als ich mich umBlickte das Wetter war nicht günstig zur Bewegung im Freien Es fiel zwar kein Regen aber ein feuchter gelber Nebel verdunkelte die Luft der Boden war noch ganz durchnäßt von den Regenströmen die gestern gefallen waren Die stärksten unter den Mädchen sprangen umher und übten sich in Bewegungsspielen von denen ihnen warm wurde aber mehrere die blaß und schwächlich aussahen scharten sich zusammen um unter der Veranda Schutz zu suchen und unter diesen hörte ich häufig einen hohlen Husten bei dem mir angst und bange wurde ich schloß mich natürlich diesen Schwächlingen an aber ohne mich in ein Gespräch einzulassen Bis jetzt hatte ich noch mit keiner von meinen Kameradinnen gesprochen und keine hatte von mir Notiz genommen Ich stand also auch jetzt unter der Veranda verlassen genug da aber an das Gefühl der Vereinsamung war ich ja gewöhnt ich lehnte mich an einen Pfeiler zog meinen grauen Mantel dicht an mich grübelte und beobachtete während ich die Kälte die mich von außen bestürmte und den ungestillten Hunger der im Innern nagte zu vergessen suchte Gleichzeitig ließ ich meine Blicke überall umherschweifen und sah mir