die Wildnis dahin so sah ich auf aus Furcht es möchte ein Stier daherraßen pfiff ein Brach vogel so wähnte ich es wäre ein Mensch Als ich indessen meine Befürchtungen unbegründet fand und durch das tiefe Stillschweigen beruhigt wurde das bei einbrechender Nacht ein trat so faßte ich Vertrauen Bis jetzt hatte ich noch nicht nach gedacht ich hatte bloß gehorcht beobachtet gefürchtet jetzt erlangte ich die Fähigkeit wieder zu denken Was sollte ich tun Wohin gehen Ach unerträgliche Fragen wenn ich nichts tun nirgends hingehen konnte wenn meine matten Glieder noch einen weiten Weg zurücklegen mußten ehe ich zu einer menschlichen Wohnung gelangen konnte wenn das kalte Mitleid angefleht werden mußte ehe ich ein Obdach eine Ruhestätte bekommen konnte Ich betastete das Heidekraut es war trocken und noch warm von der Hitze des Sommertages Ich blickte zum Himmel auf er war rein ein freundlicher Stern funkelte eben jetzt über die sich vor mir hinziehende Schlucht Es fiel Tau aber nur wenig kein Lüftchen regte sich Die Natur schien mir gütig und wohl wollend Ich glaubte sie liebe mich die Verstoßene und ich die ich von den Menschen nur Mißtrauen Abneigung Beschimpfung erwarten konnte klammerte mich mit kindlicher Innigkeit an sie an Diese Nacht wenigstens sollte ich ihr Gast sein wie ich ihr Kind war meine Mutter sollte mich beherbergen ohne Geld und ohne Lohn Noch hatte ich ein Stick von einer Semmel die ich mir unterwegs für einen in meiner Tasche zufällig zurückgebliebenen Penny gekauft hatte Hier und da sah ich reife Heidelbeeren wie Achatkügelchen in dem Heidekraut schimmern ich sammelte eine Handvoll und aß sie zu der Semmel Mein Hunger wurde durch dieses Eremiten mahl wenn auch nicht gestillt so doch besänftigt Nachdem ich gegessen sprach ich mein Abendgebet und suchte mir sodann ein Lager aus Neben dem Felsen stand das Heidekraut sehr hoc und als ich mich niederlegte waren meine Füße darin begraben Da es auf beiden Seiten sich hoch erhob so ließ es der Nachtluft nur einen engen Spielraum übrig durch den sie eindringen konnte Meinen Schal legte ich doppelt zusammen und breitete ihn als eine Decke über mich her eine kleine moosige Erhöhung war mein Kopfkissen In dieser Lage fror es mich wenigstens zu Anfang der Nacht nicht Meine Ruhe hätte angenehm genug sein können aber mein Herzenskummer ließ mich viele Stunden hindurch nicht ein schlafen Endlich gegen Morgen dämmerte ich ein und erst lange nachdem die Vögelchen ihre Nester verlassen hatten lange nachdem die Bienen in den lieblichen Frühstunden des Tages gekommen waren um den Heidehonig zu sammeln als die Dunkelheit verschwunden war und die Sonne Erde und Himmel erfüllte stand ich auf und sah um mich her Welch ein stiller heißer prächtigerTag Welch goldene Wildnis dieses weite Moor Allenthalben Sonnenschein Ich wünschte darin und darauf leben zu können Ich sah eine Eidechse über den Felsen laufen ich sah eine geschäftige Biene unter den süßen Heidelbeeren Gern wäre ich in diesem Augenblicke eine Biene oder Eidechse geworden damit ich da eine passende Nahrung und