denn ich hatte bloß meine Schuhe ausgezogen Ich wußte wo ich in meiner Kommode etwas Leinwand ein Schlößchen einen Ring finden würde Als ich diese Gegenstände suchte fiel mir ein Perlenhalsband in die Hände das mir Rochester vor einigen Tagen aufgedrungen hatte Ich ließ es liegen es gehörte ja nicht mir sondern der vermeintlichen Braut die in Luft zerflossen war Die übrigen Gegenstände packte ich zu einem Päckchen zusammen meine Börse worin zwanzig Schillinge mein ganzes Vermögen waren steckte ich in die Tasche Sodann setzte ich meinen Strohhut auf steckte meinen Schal fest nahm das Päckchen und meine Pantoffeln die ich noch nicht anziehen wollte und schlich mich aus meinem Zimmer Leben Sie wohl gute Frau Fairfax flüsterte ich als ich an ihrer Tür vorbeischlüpfte Lebe wohl meine liebe Adele sagte ich als mein Blick auf die Tütr der Kinderstube fiel Ich konnte nicht daran denken hineinzugehen um sie zu umarmen Es mußte ein feines Ohr getäuscht werden und vielleicht horchte es schon jetzt Ich wäre ohne Aufenthalt an Rochesters Zimmer vorüber gekommen aber da mein Herz an jener Schwelle zu schlagen aufhörte so mußte auch mein Fuß anhalten Dort war kein Schlaf der Inhaber ging unablässig von einer Wand zur andern und aber und abermals seufzte er während ich horchte Dort in jenem Zimmer war ein Himmel für mich sobald ich nur wollte ich brauchte nur hineinzugehen und zu sagen Eduard ich will dich lieben und bei dir bleiben bis zum Tode und eine Quelle des Entzückens mußte auf meine Lippen kommen Ich dachte daran Mein gütiger Herr wartete ungeduldig auf den Anbruch des Tages Am Morgen schickte er gewiß nach mir und ich war fort Er ließ nach mir suchen aber vergebens er mußte sich verlassen fühlen mußte leiden ja vielleicht der Verzweiflung anheimfallen Auch daran dachte ich Meine Hand bewegte sich nach dem Türschlosse hin ich zog sie wieder zurück und schlich fort Traurig ging ich die Treppe hinab ich wußte was ich zu tun hatte und tat es mechanisch Ich suchte den Schlüssel der Nebentür in der Küche ich suchte auch ein Oelfläschchen und eine Feder und bestrich sowohl den Schlüssel als das Schloß Ich nahm etwas Wasser und Brot denn vielleicht mußte ich weit gehen und meine Kraft die in der letzten Zeit sehr erschüttert worden durfte nicht versagen Alles das tat ich ohne ein Geräusch zu machen Ich öffnete die Tür ging hinaus und machte sie leise wieder zu Schon schimmerte die Dämmerung grau in dem Hofraume Das große Tor war zu und verschlossen aber ein kleines Pförtchen daneben war bloß eingeklinkt Durch dieses ging ich und auch dieses machte ich wieder zu und nun war ich draußen In einer Entfernung von einigen tausend Schritten war ein Weg der nach Millcote ging ein Weg den ich nie gegangen war obgleich ich ihn oft bemerkt hatte Dorthin richtete ich nun meine Schritte Von weiterem Nachdenken konnte nun keine Rede mehr sein auch nicht einmal durfte ich rückwärts Blicken ja nicht einmal vorwärts Kein Gedanke durfte