seit einigen Jahren von Funchal aus mit seinem Hause in Geschäftsverbindung Als Ihr Oheim Ihre Briefe empfing worin Sie ihm Ihre beabsichtigte eheliche Verbindung mit Herrn Rochester ankündigten war Herr Mason der auf Madeira eine Kur durchmachte zu fällig bei ihm Herr Eyre teilte ihm die Nachricht mit denn er wußte daß mein Klient hier mit einem Herrn namens Rochester bekannt war woraus Herr Mason den wahren Sachverhalt aufdeckte Ihr Oheim liegt jetzt leider krank darnieder und es als müsse mein Anblick ihm verhaßt sein O wie blind waren meine Augen gewesen Wie schwach hatte ich gehandelt Meine Augen waren bedeckt und geschlossen wirbelartige Finsternis schien um mich her zu schwimmen und die Gedanken stürzten in ebenso schwarzer und verworrener Flut daher Von mir selbst aufgegeben abgespannt und ohne Kraft weitere Anstrengungen zu machen schien ich mich in das ausgetrocknete Bett eines großen Stroms gelegt zu haben Ich hörte eine Flut von fernen Bergen auf mich zu rauschen aber es fehlte mir am Willen aufzustehen und zum Fliehen er mangelte ich der nötigen Stärke Ohnmächtig lag ich da und sehnte mich nach dem Tode Nur ein Gedanke durchzuckte mich noch mit Lebenskraft die Erinnerung an Gott er erzeugte in mir ein Gebet das ich nur empfand und daher nicht in den rechten Worten auszudrücken vermochte Sei nicht ferne von mir denn Not ist nahe und kein Helfer ist da Siebenundzwanzigtes Kapitel Im Laufe des Nachmittags richtete ich den Kopf auf sah um mich her und bemerkte den goldenen Schein der Abendsonne an der Wand Ich fragte mich Was soll ich tun Aber die Antwort die mein Geist gab Du mußt Thornfield alsbald verlassen kam so bald und so schrecklich daß ich mir die Ohren zuhielt Ich sagte solche Worte könne ich jetzt nicht ertragen Daß ich Eduard Rochesters Gattin nicht bin ist der geringste Teil meines Schmerzes sagte ich bei mir selbst daß ich aus den wonnevollsten Träumen erwacht bin und sie alle leer und eitel erfunden habe ist ein Schrecken eine Pein die ich so entsetzlich sie immer sein mögen noch überwinden könnte Daß ich ihn aber ein für allemal Augenblicklich gänzlich verlassen muß das ist unerträglich Ich vermag es nicht Dann aber behauptete eine Kraft in mir ich könne es tun und sagte mir im voraus daß ich es tun würde Ich kämpfte mit meinem Entschlusse Ich hätte schwach sein mögen um dem schrecklichen Pfade ferneren Leidens den ich vor mir sich ausdehnen sah auszuweichen aber das tyrannische Gewissen faßte die Leidenschaft bei der Kehle sagte ihr höhnisch sie hätte bis fetzt nur mit ihrem zierlichen Fuß die Pfütze berührt und schwor daß es sie mit seinem eisernen Arme in bodenlose Tiefen der Qual hinabschleudern würde So mag ich denn hinweggerissen werden rief ich So möge mir jemand helfen Nein selbst mußt du dich emporraffen niemand soll dir helfen Du selbst sollst dein rechtes Auge ausreißen du selbst sollst deine rechte Hand abhauen dein Herz soll das Schlachtopfer sein und du der Priester der es durchbohrt plötzlich stand