über ein Uhr war Schläft nicht Sofie mit Adele in der Kinderstube fragte er als ich meine Kerze anzündete Jawohl Und in Adeles Bett ist Plaz genug für dich Du mußt es heute nacht mit ihr teilen Jane es ist kein Wunder daß der unheimliche Vorfall dich nervös gemacht hat und es wäre mir lieber wenn du nicht allein schliefst und verriegele die Tür ja recht sicher von innen Wecke Sofie wenn du hinaufgehst unter dem Vorwande daß sie dich morgen recht früh wecken soll da du vor acht Uhr angekleidet sein und das Früh stück beendet haben müßtest Und nun Jane keine düsteren Gedanken mehr Gib der trüben Sorge den Abschied Hörst du nicht in was für sanftes Flüstern der Wind übergegangen ist Auch schlägt der Regen nicht mehr gegen die Fensterscheiben Sieh her er zog den Vorhang weg es ist eine liebliche Nacht Und so war es auch Der halbe Himmel war rein und fleckenlos die Wolken trieben vor dem Winde der jet aus dem Westen kam in silberfarbigen Streifen dahin der Mond schien friedlich Du wirst heute nacht nicht von schmerzlicher Trennung träumen sondern von glücklicher Liebe und wonnigem Eheglück Diese Prophezeiung wurde nur zur Hälfte erfüllt Ich träumte zwar nicht von Kummer aber ebensowenig von Freude denn ich schlief überhaupt nicht Die kleine Adele in meinen Armen beobachtete ich den ruhigen unschuldigen Schlummer der Kindheit und erwartete den Tagesanbruch mit der aufgehenden Sonne stand auchich auf Ich erinnere mich daß Adele noch schlief und daß ich sie küßte und heftig weinte als ich ihre Händchen von meinem Nacken losmachte Schien sie mir doch sozusagen die Verkörperung meines vergangenen Lebens zu sein während er vor dem ich heute im Hochzeitsgewande er scheinen sollte das Sinnbild meiner unbekannten Zukunft war Sechsundzwanzigstes Kapitel Sofie kam um sieben Uhr um mich anzukleiden sie brauchte viel Zeit um ihre Aufgabe zu lösen so daß Rochester un geduldig wurde und fragen ließ warum ich nicht käme Sie machte eben meinen Schleier zurecht nun doch den schlichten Blondenschleier und befestigte ihn mit einer Brosche in meinen Haaren sobald ich konnte entzog ich mich ihren Händen um hinabzueilen Halten Sie rief sie in französischer Sprache sehen Sie doch erst in den Spiegel Ich wandte mich daher noch an der Tür um und erblickte eine prächtig gekleidete verschleierte Gestalt die mir so unähn lich war daß ich fast wie eine Fremde aussah Jane rief eine Stimme und ich eilte hinab Am Fuße der Treppe wurde ich von Rochester empfangen Wo bleibst du so lange fragte er ich vergehe vor Ungeduld Er nahm mich in das Speisezimmer sah mich von Kopf bis zu Füßen an und erklärte mich für so schön wie eine Lilie ich sei nicht bloß der Stolz seines Lebens sondern auch die Wonne seiner Augen Nach einer Weile sagte er mir er könne mir bloß zehn Minuten zum Frühstück geben und klingelte Einer der Diener die in jüngster Zeit angenommen worden waren erschien Geh nach der Kirche sieh nach ob der Herr Pastor