vier Jahre älter als ich groß und stark für sein Alter von schmutzig grauer und ungesunder Gesichtsfarbe groben Zügen in einem breiten Gesichte plumpen Händen und Füßen Gewöhnlich pfropfte er sich bei Tische zum Platzen voll was ihm ein galliges Aussehen trübe glasige Augen und schlaffe Wangen zuzog Er hätte zu dieser Zeit in der Schule sein sollen aber seine Mama hatte ihn auf einen oder zwei Monate wegen Kränklichkeit nach Hause genommen Sein Lehrer versicherte allerdings der Junge könnte gesund wie ein Fisch sein wenn man ihm weniger Kuchen und Konfekt von Hause schicken würde aber das Mutterherz lehnte sich gegen eine so lieblose Behauptung auf und neigte sich eher zu der Ansicht hin daß Johns blasse Gesichtsfarbe von übertriebenem Fleiße und wohl auch von Heimweh herrühre John hatte für seine Mutter und Schwestern herzlich wenig Liebe übrig mich aber haßte er geradezu Er quälte und prügelte mich bei jeder möglichen und unmöglichen Gelegenheit jeder Nerv jede Faser an mir zitterte wenn er mir nahe kam Es gab Augenblicke wo der Schrecken den er mir einflößte mich ganz verwirrt machte denn ich konnte gegen seine Drohungen oder Tätlichkeiten bei niemand Beschwerde erheben Die Dienerschaft mochte ihren jungen Herrn nicht beleidigen und Partei gegen ihn nehmen und Frau Reed war blind und taub wenn er mich in ihrer Gegenwart ausschimpfte oder schlug noch häufiger allerdings peinigte er mich hinter ihrem Rücken Meiner Gewohnheit gemäß John zu gehorchen näherte ich mich seinem Stuhle Etwa drei Minuten lang streckte er die Zunge gegen mich so weit herau als es angehen mochte ohne deren Wurzel zu beschädigen Ich wußte daß er bald zuschlagen würde und dachte während ich mich zusammenkrümmte wie garstig der Bengel doch aussähe Vielleicht las er diesen Gedanken in meinem Gesichte denn mit einem Male und ohne ein Wort zu sagen schlug er heftig auf mich los Ich taumelte und zog mich sobald ich mein Gleichgewicht wieder erlangt hatte ein bis zwei Schritte von seinem Stuhle zurück Das ist für die unverschämte Antwort die du vor einiger Zeit Mama gegeben hast sagte er und dafür daß du dich immer wegschleichst und dich hinter Vorhänge verkriechst und für den Blick den du vor ein paar Minuten in deinem Auge zeigtest du falsche Katze An John Reeds Schmähungen und Mißhandlungen gewöhnt kam es mir nie in den Sinn mich dagegen zu wehren meine einzige Sorge war wie ich die Schläge die auf die Schmähung noch folgen würden ertragen sollte Was hast du hinter dem Vorhange getan fragte er ich habe gelesen Zeige mir das Buch ich ging an das Fenster zurück und brachte es ihm Wer erlaubt dir unsere Bücher zu lesen Du bekommst bei uns das Gnadenbrod sagt Mama du hast kein Geld dein Vater hat dir keins hinterlassen eigentlich solltest du betteln gehen und nicht hier bei vornehmen Kindern wie wir wohnen und dasselbe essen wie wir und Kleider tragen die unsere Mama bezahlen muß Nun will ich dich lehren in meinem Bücherschrank herumzusuchen denn die Bücher und der Schrank