einmal die Gesträuche und den Rasenplatz erkennen konnte Ich ließ den Vorhang nieder und kehrte zu den Kamin zurück Aus den hellen Kohlen bildete sich mir eine Ansicht nicht ungleich einem Gemälde welches ich einst von dem Schlosse zu Heidelberg gesehen als Mistreß Fairfax hereinkam und durch ihren Eintritt die feurige Mosaikarbeit unterbrach die ich zusammengestellt hatte und dadurch einige schwere und unwillkommene Gedanken verbannte die sich mir in meiner Einsamkeit aufdrängten Es würde Herrn Rochester lieb sein wenn Sie und Ihre Schülerin diesen Abend mit ihm im Gesellschaftszimmer Thee trinken wollten sagte sie Er ist den ganzen Tag über so sehr beschäftigt gewesen daß er Sie noch nicht früher hat zu sich rufen können Wann ist seine Theezeit fragte ich O um sechs Uhr auf dem Lande ist Alles früh Kleiden Sie sich lieber jetzt um ich will Ihnen helfen Hier ist ein Licht Ist es nöthig meine Kleidung zu verändern Ja es ist besser Ziehen Sie sich immer zum Abend wenn Herr Rochester hier ist Diese Ceremonie schien mir etwas steif indessen begab ich mich in mein Zimmer und vertauschte mein schwarzes wollenes Kleid mit einem von schwarzer Seide dies war mein bestes Kleid mit Ausnahme eines hellgrauen welches ich nach meinen von Lowood mitgebrachten Toilettenansichten für zu schön hielt um es anders als bei besonders feierlichen Gelegenheiten zu tragen Es fehlt noch eine Tuchnadel sagte Mistreß Fairfax Ich hatte eine solche die mit einer einzigen kleinen Perle verziert war und die Miß Temple mir beim Abschiede zum Andenken gegeben Ich steckte sie an und dann gingen wie die Treppe hinunter Da ich nicht an Fremde gewöhnt war so war es eine schwere Aufgabe für mich so förmlich aufgefordert in Herrn Rochesters Gegenwart zu erscheinen Ich ließ Mistreß Fairfax in das Speisezimmer vorangehen und hielt mich in ihrem Schatten als wir die Schwelle überschritten durch den Bogen gingen dessen Vorhang jetzt niedergelassen war und in das elegante Gemach traten Zwei Wachslichte standen angezündet auf den Tischen und zwei auf dem Kamingesims Pilot lag im Licht und in der Wärme eines prächtigen Feuers Adele kniete neben ihm Herr Rochester befand sich in halb liegender Stellung auf einem Sopha und sein Fuß ruhte auf einem Kissen Er sah Adele und den Hund an und das Feuer schien ihm voll ins Gesicht Ich erkannte meinen Reisenden mit seinen breiten und schwarzen Augenbrauen und seiner eckigen Stirn die durch die horizontale Richtung seines schwarzen Haares noch eckiger wurde Ich erkannte seine entschiedene Nase die sich mehr durch Charakter als durch Schönheit auszeichnete seine weiten Nasenlöcher die Zorn andeuteten wie ich meinte seinen grimmigen Mund Kinn und Unterkiefer ja alle drei waren sehr grimmig das konnte man nicht verkennen Da er jetzt ohne Mantel war so bemerkte ich daß seine übrige Gestalt eben so eckig war wie sein Gesicht Ich vermuthe es war eine gute athletische Gestalt mit breiter Brust und schmaler Taille obgleich weder groß noch graziös Herr Rochester mußte unsern Eintritt bemerkt haben doch schien er nicht in der Stimmung zu