jetzt daß eine ältliche Dame in dem Geschäft welches ich vorhatte gerade die geeignete Person sei Mistreß Fairfax ich sah sie im 114 schwarzen Kleide und ihrer Wittwenhaube kalt vielleicht aber nicht unhöflich das Muster einer ältlichen reichen Dame Thornfield das war ohne Zweifel der Name des Hauses ein zierlicher ordentlicher Ort davon war ich überzeugt obgleich es mir nicht gelingen wollte einen genauen Plan von der Umgebung zu entwerfen Millcote in der Grafschaft N Ich sammelte meine Erinnerungen an die Karte von England und sah nicht nur die Grafschaft sondern auch die Stadt Die Grafschaft lag siebzig englische Meilen näher bei London als die entfernte Grafschaft R wo ich jetzt wohnte das war eine Empfehlung für mich und verlangte mich dorthin zu gehen wo Leben und Bewegung war Millcote war eine große Fabrikstadt an den Ufern des Avon ohne Zweifel ein lebhafter Ort um so besser da war es wenigstens eine vollkommene Veränderung Nicht als hätte der Gedanke an hohe Schornsteine und Rauchwolken meine Phantasie besonders angenehm bestätigt aber dachte ich bei mir selber Thornfield muss wahrscheinlich eine gute Strecke von der Stadt entfernt sein Hier sank der Docht des Lichtes um und die Flame erlosch Am nächsten Tage sollten neue Schritte geschehen meine Pläne konnten nicht länger in meiner eigenen Brust verborgen bleiben ich mußte es mittheilen um den Erfolg zu sichern Als ich währen der Mittagserholung eine Audienz bei der Directrice nachgesucht und erhalten sagte ich ihr ich hätte die Aussicht eine neue Stelle zu bekommen und mir das doppelte Gehalt versprochen werde denn in Lowood erhielt ich nur fünfzehn Pfund jährlich und bat sie das Herrn Brocklehurst oder irgend einem andern Mitgliede des Comité die Sache mitzutheilen und sich zu erkundigen ob sie es erlauben würden daß ich mich auf sie beriefe Sie willigte gern ein in der Sache als Vermittlerin aufzutreten Am nächsten Tage legte sie Herrn Brocklehurst die Sache vor welcher sagte man müsse zuerst an Mistreß Reed schreiben als deren Mündel ich zu betrachten wäre Es wurde demnach ein Brief an jene Dame abgeschickt worauf die Antwort kam ich möchte thun wie es mir gefalle sie habe längst alle Einmischung in meine Angelegenheiten aufgegeben Dieser Brief machte die Runde in dem Comité und nach einem für mich höchst peinlichen Aufschube wurde mir die förmliche Erlaubniß ertheilt meine Lage zu verbessern wenn ich dazu im Stande sei und mir die Versicherung erheilt daß mir da ich mich in Lowood als Lehrerin und Schülerin stets gut betragen sogleich von den Inspectoren der Anstalt ein Zeugniß über Aufführung und Fähigkeiten sollte ausgestellt werden Dieses Zeugniß erhielt ich etwa in einer Woche sendete eine Abschrift an Mistreß Fairfax ab erhielt von dieser Dame die Antwort daß sie zufrieden sei und die Bestimmung daß ich über vierzehn Tage die Stelle als Erzieherin in ihrem Hause antreten könne Ich beschäftigte mich jetzt mit den Vorbereitungen und die vierzehn Tage gingen rasch vorüber Ich hatte keine sehr große Garderobe obgleich sie meinen Bedürfnissen angemessen war und der letzte Tag reichte